Expertenstimmen aus dem Krypto-Sektor: „Macht euch bereit für einen langen Bärenmarkt“

Der vergangene Juni war aus Sicht der Preisperformance der zweitschlechteste Monat in der Geschichte von Bitcoin. Mit einem Verlust von fast 38 Prozent vom Startpreis bei 31.000 Dollar am ersten des Monats bis zu einem Schlusskurs von 19.200 Dollar hat Bitcoin zudem einige wichtige charttechnische Unterstützungen durchbrochen. Lediglich der August 2011 war mit einer Korrektur von 38,6 Prozent noch schlimmer.

Es herrscht also tiefste Bärenmarktstimmung, die Lage für einige der Unternehmen im Krypto-Sektor ist kritisch und es bleibt weiterhin unklar, wie viel Schmerz auf den Markt noch zukommt, bevor ein Boden gefunden ist. Zeit, einige Stimmen und Meinungen aus dem Sektor einzufangen:

Stimmen aus dem Krypto-Sektor

Chris Terry, Co-Founder von SmartFi, zitiert von US-Medien: „Das derzeitige Marktumfeld gibt uns das Gefühl, dass falls Bitcoin in seiner Spanne zwischen 18.000 und 20.000 Dollar bleiben sollte, es ein langer Weg werden wird und wir uns wochenlang in dieser Spanne bewegen dürften. Gefühlt jeder geht davon aus, dass Bitcoin noch einen weiteren Wash Out braucht und die angesammelten Short-Positionen am Markt rausgespült werden müssen, womit wir dann wahrscheinlich die für vergangene Bärenmärkte typische 80 Prozent Korrektur sehen würden und die uns in den Bereich um die 12.000 bis 13.000 Dollar bringen würde.“

Ali Kassab, Chairman Crypto Investment Office Centurion&Co, zitiert von US-Medien: „Es gab zuletzt eine Menge Probleme, darunter die Geldpolitik der Notenbanken als Antwort auf die steigende Inflation, sowie der anhaltende Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Dazu der Kollaps von Terra Luna bis zu der Liquidation von Three Arrows Capital und den nicht enden wollenden Entlassungen im Sektor. Der negative Trend in der Krypto-Industrie hat sich schwer auf den Bitcoin-Kurs gelegt. Dennoch erwarten wir, dass institutionelle Investoren wieder in das Asset hineingehen werden und wir eine bessere Preisperformance im Juli sehen dürften.“

Anton Gulin, Business Director Crypto Exchange AAX, zitiert von US-Medien: „Es ist weder der erste noch der letzte Bären-Zyklus und diejenigen mit der besseren langfristigen geschäftlichen Planung sehen diese Phase als eine Chance, etwas aufzubauen und sich auf den nächsten Bullrun vorzubereiten. Wenn jemand verkauft, dann gibt es immer auch einen Käufer. Ich erwarte eine anhaltende Verlagerung der Liquidität und eine Serie von Fusionen und Übernahmen in den kommenden Monaten.“

Altcoin Sherpa, Twitter Analyst, via Twitter: „Es wird Monate dauern, in denen der Kurs akkumuliert und hin und her springt, sobald der Boden gefunden ist. Und der Boden kommt vielleicht erst in ein paar Monaten. Macht euch bereit für einen meiner Meinung nach langen Bärenmarkt.“

Rekt Capital, Twitter Analyst, via Twitter: „Bitcoin könnte wahrscheinlich noch in der `Downtrend-Beschleunigungs-Phase` innerhalb seiner Korrektur sein. Aber diese Phase geht der mehrmonatigen Konsolidierung voraus. Welche der neuen Makro-Uptrend-Phase vorausgehen wird.“

Alex Krüger, Twitter Analyst, via Twitter: „Eine generelle Regel: Das Handelsvolumen ist am höchsten, wenn die Märkte kapitulieren, und eine solche Phase erzeugt einen übergeordneten Boden. […] Das Handelsvolumen hat vor zwei Wochen ein neues Allzeithoch erreicht.“

Sam Bankman-Fried, Gründer der FTX-Exchange, gegenüber Forbes: „Es gibt einige kleinere Krypto-Handelsplattformen, die im Stillen bereits insolvent gegangen sind. Für sie ist es zu spät und es ist nicht sinnvoll sie aus Gründen wie substanziellen Löchern in den Bilanzen, regulatorischen Problemen oder dass schlicht und einfach nicht mehr viel von dem Business übrig ist, vor der Insolvenz zu bewahren.“

Michael Burry, Gründer Scion Asset Management, via Twitter: „Angepasst an die Inflation, ist der S&P 500 im ersten Halbjahr 25 Prozent gefallen, die Nasdaq 35 Prozent und Bitcoin 65 Prozent. Das war eine mehrfache Komprimierung des Marktes. Als nächstes steht die Komprimierung der quartalsmäßigen Unternehmensgewinne an. Also sind wir vielleicht zur Hälfte durch.“

Changpeng Zhao, Gründer Binance, in einem Interview: „Ich denke, dass dezentralisierte Handelsplattformen in 5 bis 10 Jahren größer sein werden als zentralisierte Handelsplattformen. Maximal in 10 Jahren. Dennoch werden die zentralisierten Handelsplattformen noch für Jahrzehnte eine Rolle spielen, denn es gibt immer noch eine Menge Leute, die Wert auf diesen Komfort legen. Ich denke jedoch, dass die Technologie sich so weiterentwickeln wird, dass das dezentralisierte Zeug wesentlich benutzerfreundlicher sein wird. Eigentlich ist es sogar bereits einfacher, da man nicht auf KYC angewiesen ist und man diese ganzen sehr ermüdenden Prozesse bei der Anmeldung nicht durchlaufen muss.“

Michael Saylor, CEO MicroStrategy, in einem Interview: „Als Bitcoin sich im Preis halbiert hat, waren wir immer noch um das zehnfache abgesichert. Im Kern ist es so, als hätten wir eine Millionen Dollar als Absicherung für einen Kredit von 40.000 Dollar gegen diesen Betrag. […] Falls Bitcoin um 95 Prozent fallen sollte, dann müssten wir zusätzliche Sicherheiten auf unsere geliehenen Bitcoin-Positionen nachschießen. Wir [MicroStrategy] haben jedoch noch andere Vermögenswerte und Einkommensströme. Wir sind also für das schlimmste Szenario vorbereitet. […] Unsere Strategie ist einfach, wir sammeln weiter Bitcoin an, wir halten Bitcoin, wir verkaufen keinen Bitcoin. Wir wollen einfach so viele Bitcoin-Einheiten halten, wie wir können. Die einzigen beiden Fehler, die man jetzt machen kann, wären, Bitcoin mit so viel gehebeltem Fremdkapital zu kaufen, dass die Position in einer Korrektur zwangsliquidiert wird oder dass man aufhört, Bitcoin zu kaufen. […] Wenn man früh in eine revolutionäre Technologie und den ersten digitalen, monetarisierten Rohstoff einsteigt, dann ist eine holprige Fahrt ein Teil des Weges.“

Der kurzfristige Marktausblick bleibt damit aus Sicht der meisten Marktexperten pessimistisch, während die Aussagen zum langfristigen Kurs von Bitcoin und dem restlichen Krypto-Sektor unverändert positiv bleiben.

Der Crypto-Fear-and-Greed-Index, der die Stimmung des Marktes anhand einiger unterschiedlicher Parameter wie Handelsvolumen, Social Media Aktivitäten und anderen relevanten Metriken misst, hat sich seit seinem Tief von 6 aus Mitte Juni wieder ein wenig erholen können, signalisiert mit einem Wert von 11 jedoch immer noch tiefen Pessimismus unter den Anlegern.

Quelle: alternative.me

Für langfristig orientierte Investoren und vor allem für Neueinsteiger ist dieses Umfeld jedoch wünschenswert, denn die nächsten Wochen und Monate dürften gute Einstiegspunkte für eine langfristig orientierte Dollar-Cost-Average-Strategie anbieten. Ein Marktumfeld wie dieses, ohne Euphorie und Marktschreierei durch diverse gehypte Krypto-Projekte lässt mehr Spielraum dafür, mehr über die fundamentalen Funktionsweisen von Bitcoin und dem restlichen Krypto-Sektor zu lernen. Neueinsteigern empfehle ich meinen Leitfaden für Anfänger ->> Krypto-Investment-Leitfaden für Anfänger

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