Kryptowährungen, einst eine Nischenanlage, haben sich zu einem bedeutenden Bestandteil der globalen Finanzlandschaft entwickelt. In Deutschland, wie auch anderswo, zieht dieses Wachstum die Aufmerksamkeit von Steuerbehörden auf sich. Für Anleger in diesem Bereich ist es entscheidend, sich mit den steuerlichen Aspekten von Kryptowährungen vertraut zu machen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden und ihre Investments optimal zu gestalten.


TL;DR: Diesen Guide gibt es auch als Video:


Die Herausforderung des Tracking

Im Gegensatz zu traditionellen Anlagen wie Aktien, wo Broker oft die Abgeltungssteuer automatisch abführen, liegt die Verantwortung für das Tracking und die Berichterstattung von Krypto-Transaktionen in Deutschland beim Investor selbst. Dies bedeutet, dass jeder Kauf, Verkauf, Tausch oder sonstige Erwerb von Kryptowährungen sorgfältig dokumentiert werden muss. Diese Aufzeichnungspflicht umfasst den Zeitpunkt der Transaktion, den Wert der Kryptowährung in Euro zum Zeitpunkt der Transaktion und eventuelle Gebühren. Diese Informationen sind entscheidend für die Berechnung eventueller Steuern.

Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen

In Deutschland werden Kryptowährungen nicht als Währungen, sondern als private Wirtschaftsgüter betrachtet. Dies hat wichtige steuerliche Implikationen.

Spekulationsgeschäfte: Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb gelten als Spekulationsgeschäfte und sind somit steuerpflichtig. Hierbei wird der persönliche Einkommenssteuersatz angewendet. Sollten die Gewinne aus diesen Geschäften jedoch unter 600 Euro pro Jahr liegen, sind sie steuerfrei.

Langfristige Investitionen: Werden Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten, bevor sie verkauft werden, sind die Gewinne steuerfrei. Diese Regelung bietet einen Anreiz für langfristige Investitionen in Kryptowährungen.

Mining und Staking: Einkünfte aus Mining oder Staking von Kryptowährungen werden als sonstige Einkünfte betrachtet und unterliegen der Einkommenssteuer.


WICHTIGER Hinweis:

Ich bin weder ein Steuerberater noch ein Steuer-Experte und die Angaben in diesem Guide sind ohne Gewähr. Ich teile hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen. Bei steuerlichen Fragen sollte man sich UNBEDINGT mit seinem Steuerberater über seine individuellen steuerlichen Verpflichtungen absprechen und beraten lassen.


Krypto und Steuern – Anwendung in der Praxis

Das Tracking jeder einzelnen Transaktion liegt zwar in der Verantwortung der Investoren selbst, die Blockchain-Technologie gestaltet sich hier jedoch als hilfreiches Werkzeug, da es sich dabei letzten Endes um eine Datenbank handelt, deren einzige Aufgabe es ist, Transaktionen sicher und manipulationsresistent aufzuzeichnen.

Man kann dies manuell handhaben, das ist jedoch aus meiner persönlichen Sicht nicht ratsam, vor allem wenn es sich um eine umfangreiche Menge an Transaktionen, im Zweifel sogar mit mehreren verschiedenen Wallets, handelt. Es gibt mittlerweile jede Menge Dienstleister, die diesen Service anbieten. Dabei ist es möglich, jede Art von Wallet, egal ob ein selbstverwaltetes oder einen Account einer Krypto-Börse, zu integrieren und die Gesamtmenge aller gemachten Transaktionen zu einem gebündelten Steuerreport zusammenrechnen zu lassen.

Die Integration eigener Wallets ist dabei denkbar einfach, da man in vielen Fällen lediglich den Public Key einfügen muss. Dieser ist öffentlich auf der entsprechenden Blockchain einsehbar und liefert alle mit dieser Wallet gemachten Transaktionen. Zentralisierte Handelsplattformen bieten in der Regel einen API-Service oder eine Export-Funktion, die es ermöglichen, alle auf der Börse getätigten Transaktionen gebündelt in einer Datei oder direkt als API-Schnittstelle zu erhalten. Der gewählte Dienstleister rechnet die eingefügten Daten zu einem fertigen Steuer-Report zusammen.

Krypto Steuer Tools

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Dienstleistern, mit denen man sich komplette Krypto-Steuer-Reports anfertigen lassen kann. Entsprechende Vergleiche verschiedener Anbieter findet man auf gängigen deutschen Krypto-News-Portalen, oder in dem man den Begriff „Krypto Steuer Tool“ googelt. Da ich auf meinem Blog meine persönlichen Erfahrungen teilen möchte, zeige ich im Folgenden den Dienstleister, mit dem ich bisher am zufriedensten bin und den ich für meine Steuererklärung genutzt habe.

Coinpanda.io

Coinpanda ermöglicht es seinen Nutzern, ihre Steuergewinne oder -verluste zu tracken und bietet in der Basisversion die Erstellung von kostenlosen Steuerreports an. Es unterstützt über 800 verschiedene Börsen und Wallets, einschließlich DeFi, NFTs und Staking, und ermöglicht so eine umfassende Überwachung von Krypto-Transaktionen.

Coinpanda bietet einen kostenlosen Basisdienst, der bis zu 25 Transaktionen abdeckt. Für erweiterte Funktionen und eine höhere Anzahl an Transaktionen gibt es kostenpflichtige Pakete. Zum Beispiel bietet das „Hodler“-Paket eine einmalige Zahlung von 49 Euro für zusätzliche Dienste an. Man muss die Pläne entsprechend für jedes Steuerjahr erwerben. Dies entspricht den gängigen Standards, auch von traditionellen Steuertools.

Das Unternehmen wurde 2018 gegründet und unterstützt mittlerweile über 7.000 verschiedene Kryptowährungen. Die breite Abdeckung unterschiedlicher Kryptowährungen und die Integration vieler Börsen und Wallets machen Coinpanda zu einem vielseitigen Tool für eine Vielzahl von Nutzern. Ich konnte meine Steuererklärung mit diesem Tool einfach umsetzen, da alle meine verschiedenen Wallets und Handelsplattformen vom Anbieter abgedeckt sind.

*Hinweis: Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link. Ich erhalte eine kleine Provision, wenn ihr über diesen Link einen Bezahl-Plan bei diesem Anbieter erwerbt. Für euch entstehen keine zusätzlichen Kosten und ihr würdet meine Arbeit und mich damit unterstützen.

Integration in die Investment-Strategie

Die steuerlichen Aspekte sollten bei der Entwicklung einer Krypto-Investmentstrategie nicht unterschätzt werden. Investoren sollten folgende Punkte berücksichtigen:

Langfristige Haltung: Durch die steuerliche Begünstigung von langfristigen Anlagen kann es sinnvoll sein, Kryptowährungen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr zu halten.

Sorgfältige Dokumentation: Eine akkurate und detaillierte Dokumentation aller Transaktionen ist unerlässlich, um mögliche Steuerforderungen korrekt zu berechnen und zu belegen.

Berücksichtigung der Steuerlast bei Gewinnmitnahmen: Bei der Planung von Verkäufen innerhalb des einjährigen Spekulationszeitraums sollte die anfallende Steuerlast in die Überlegungen einbezogen werden. Aus der Investment-Perspektive heraus gilt das besonders für Altcoins, da diese meist in kürzeren Zeiträumen, entsprechend der zyklischen Preisbewegungen des Sektors, relevant sind.

Eine detailliertere Erklärung findet ihr in der oben verlinkten Video-Variante dieses Guides.

Fazit

Die Investition in Kryptowährungen bietet Chancen, birgt aber auch steuerliche Pflichten. Ein fundiertes Verständnis der steuerlichen Regelungen in Deutschland ist für Krypto-Investoren unerlässlich, um sowohl gesetzestreu zu handeln als auch die eigenen finanziellen Ziele effektiv zu verfolgen. Angesichts der Komplexität und des sich ständig weiterentwickelnden regulatorischen Umfelds kann es zudem ratsam sein, professionellen steuerlichen Rat einzuholen.

Weitere Infos:

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Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.