Am Kryptomarkt herrscht nach den jüngsten Kursrückschlägen erhebliche Nervosität. In sozialen Netzwerken wird bereits vor einem neuen „Black Monday“ gewarnt. Doch während viele Anleger weitere Verluste befürchten, sehen einige Analysten eine deutlich positivere Ausgangslage. Bitcoin erholt sich am Montag, dem 19. Oktober, in Richtung 83.000 Dollar. Gleichzeitig sorgt eine neue Prognose für Aufmerksamkeit, die Bitcoin langfristig sogar bei einer Million Dollar sieht.
Bitcoin: Technische Signale widersprechen der Marktpanik
Der Krypto-Analyst Sykodelic hält die gegenwärtige Angst unter Anlegern für übertrieben. In einem Beitrag auf X vom 19. Oktober verweist er auf eine aus seiner Sicht konstruktive Entwicklung im Bitcoin-Tageschart. Demnach hat die Kryptowährung einen Ausbruch über ein vorheriges Hoch vollzogen und anschließend sowohl dieses Niveau als auch die exponentielle 50-Tage-Durchschnittslinie (50 EMA) erfolgreich getestet.
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Weitere InformationenEin solcher Rücktest kann in der technischen Analyse als Bestätigung eines Ausbruchs interpretiert werden. Sykodelic bezeichnet die ausgesprochen pessimistische Stimmung deshalb als emotional und irrational. Zwar gebe es Marktphasen, in denen besondere Vorsicht angebracht sei, die aktuelle Kursentwicklung gehöre seiner Einschätzung nach jedoch nicht dazu.
Ähnlich argumentiert der Analyst Ash Crypto. Wenn zahlreiche Marktteilnehmer gleichzeitig einen „Black Monday“ erwarteten, sei es seiner Meinung nach eher unwahrscheinlich, dass dieser tatsächlich eintrete.
Zumindest die Entwicklung an den US-Terminmärkten stützt zunächst die optimistischere Sichtweise: Die Futures auf den Nasdaq 100 notierten am Montagmorgen knapp ein Prozent im Plus. Für den S&P 500 deuteten die Kursbewegungen laut The Kobeissi Letter auf einen möglichen Zugewinn der Marktkapitalisierung um rund 350 Milliarden Dollar zur Börseneröffnung hin.
Inflationssorgen und schwache Marktbreite bleiben Risiken
Die Nervosität der Anleger kommt allerdings nicht von ungefähr. In der vergangenen Woche war Bitcoin nach überraschend hohen US-Inflationsdaten zeitweise unter 80.000 Dollar gefallen. Am Wochenende folgte ein weiterer kurzer Rücksetzer bis auf etwa 80.750 Dollar, bevor sich der Kurs wieder erholte.
Zudem weist The Kobeissi Letter auf eine problematische Entwicklung am US-Aktienmarkt hin. Einer Analyse vom 15. Oktober zufolge notierten 84 Prozent der S&P-500-Unternehmen mindestens zehn Prozent unter ihren jeweiligen Höchstständen. Gleichzeitig entfielen 70 Prozent der Indexgewinne seit dem 30. März auf lediglich zehn Aktien.
Die positive Entwicklung des Gesamtindex verdeckt damit eine erhebliche Schwäche in der Breite des Aktienmarktes.
Analyst hält Bitcoin-Kurs von einer Million Dollar für möglich
Während kurzfristig über einen möglichen Crash diskutiert wird, sorgt der bekannte Krypto-Analyst Michaël van de Poppe mit einer ausgesprochen bullischen Langfristprognose für Aufmerksamkeit. In einem Beitrag vom 17. Oktober erklärte er, dass Bitcoin im aktuellen Zyklus einen Kurs von einer Million Dollar erreichen könnte.
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Weitere InformationenSeine These basiert auf einem Vergleich mit der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre. Damals erlebten Technologieaktien eine parabolische Kursrally, bevor der Markt massiv einbrach. Eine ähnliche Entwicklung hält van de Poppe auch bei Bitcoin für möglich, einschließlich einer anschließenden Korrektur von bis zu 80 Prozent.
Als Grundlage verweist er auf ein Modell der Rand Group, das fünf historische Bitcoin-Bärenmarkttiefs miteinander verbindet. Die daraus abgeleitete Projektion sieht für das Jahr 2030 selbst in einem konservativen Bärenszenario einen Bitcoin-Kurs von rund 197.000 Dollar vor.
Mit seiner Million-Dollar-These steht van de Poppe nicht allein. Auch Bitwise-CIO Matt Hougan, Galaxy-Digital-Chef Mike Novogratz und Coinbase-CEO Brian Armstrong halten langfristig vergleichbare Bewertungen für möglich. Eine wesentliche Voraussetzung wäre, dass Bitcoin einen größeren Anteil des globalen Marktes für Wertaufbewahrungsmittel gewinnt.
Die Einschätzungen gehen allerdings weit auseinander. Bloomberg-Intelligence-Stratege Mike McGlone warnte zuletzt sogar vor einem möglichen Rückgang auf 10.000 Dollar.
Entscheidend bleibt damit die Diskrepanz zwischen kurzfristiger Marktunsicherheit und langfristigen Wachstumserwartungen. Während die jüngste Erholung und die technischen Signale den Optimisten Argumente liefern, zeigen Inflationsrisiken und die schwache Marktbreite, dass eine nachhaltige Fortsetzung des Bitcoin-Aufwärtstrends keineswegs gesichert ist.






