Die Debatte über eine neue Regulierung des Kryptomarktes in den USA gewinnt an Dynamik. US-Präsident Donald Trump hat den Kongress dazu aufgerufen, ein Gesetz zur Marktstruktur für digitale Vermögenswerte schnell zu verabschieden. Zuvor soll Trump Berichten zufolge ein privates Treffen mit Brian Armstrong, dem Chef der Kryptobörse Coinbase, im Weißen Haus abgehalten haben.
Kurz nach dem Treffen erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social, die USA müssten die Regulierung der Kryptomärkte „so schnell wie möglich“ auf den Weg bringen. Gleichzeitig kritisierte er Banken scharf und warf ihnen vor, durch ihre Einflussnahme im Gesetzgebungsprozess Fortschritte zu blockieren. Die Banken würden Rekordgewinne erzielen, dürften aber nicht die „mächtige Krypto-Agenda“ der USA untergraben, so der Präsident.
Streitpunkt: Renditen auf Stablecoins
Im Zentrum der politischen Auseinandersetzung steht ein Gesetzentwurf zur Marktstruktur für digitale Vermögenswerte. Ein zentraler Konfliktpunkt ist die Frage, ob Anbieter von Stablecoins ihren Nutzern weiterhin Renditen anbieten dürfen.
Armstrong hatte bereits zuvor erklärt, dass Coinbase den Gesetzentwurf „in seiner aktuellen Form“ nicht unterstützen könne. Hintergrund sind vorgeschlagene Änderungen, die nach Ansicht des Unternehmens Renditen auf Stablecoins verbieten könnten. Dadurch würden Banken in die Lage versetzt, konkurrierende Krypto-Angebote zu verdrängen.
Der Vorsitzende des Bankenausschusses im US-Senat, Tim Scott, verschob daraufhin eine geplante Beratung über das Gesetz. Seitdem laufen intensive Gespräche zwischen Vertretern der Kryptoindustrie, Banken und der Regierung.
Enge Kontakte zwischen Coinbase und Regierung
Der Coinbase-Chef gilt seit Trumps Wahlsieg 2024 als einer der einflussreichsten Vertreter der Branche in Washington. Armstrong nahm unter anderem an Veranstaltungen rund um Trumps Amtseinführung im Januar 2025 teil und war in den vergangenen Monaten regelmäßig im Kapitol präsent, um für eine klare Regulierung des Kryptomarktes zu werben.
Bei einem Krypto-Forum im Trump-Anwesen Mar-a-Lago trat Armstrong zudem gemeinsam mit dem US-Senator Bernie Moreno auf, um über die geplante Gesetzgebung zu diskutieren.
Krypto-Aktien legen deutlich zu
Die jüngsten pro-Krypto-Aussagen aus dem Weißen Haus sorgten unterdessen für kräftige Kursgewinne bei Unternehmen aus der Branche. Aktien der Bitcoin-Treasury-Firma Strategy stiegen um mehr als zehn Prozent.
Noch stärker legte die Aktie von Coinbase zu, die zeitweise über 14 Prozent gewann. Auch Mining-Unternehmen profitierten von der positiven Marktstimmung: Die Aktie von Hut 8 kletterte um rund 13,9 Prozent, während American Bitcoin Corp etwa 11,6 Prozent zulegte.
Analysten führen die Rally vor allem auf die Aussicht auf klarere regulatorische Rahmenbedingungen zurück. Wenn die US-Regierung tatsächlich einen konsistenten Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte etabliere, könnte dies institutionelle Kapitalzuflüsse in den Sektor weiter beschleunigen.
Bitcoin und Ethereum ebenfalls im Plus
Parallel zu den Kursgewinnen bei Krypto-Aktien zog auch der Markt für digitale Vermögenswerte deutlich an. Die Kryptowährung Bitcoin legte innerhalb von 24 Stunden um mehr als 7,6 Prozent zu und notierte zuletzt bei rund 72.866 Dollar.
Auch Ethereum konnte kräftig zulegen und stieg um mehr als 8 Prozent auf etwa 2.132 Dollar.
Rally bleibt abhängig von politischem Fortschritt
Marktbeobachter warnen jedoch, dass die aktuelle Kursrally stark von den politischen Entwicklungen in Washington abhängt. Sollte die Regulierung ins Stocken geraten oder der Bitcoin-Kurs wieder deutlich fallen, könnte sich auch die Dynamik bei Krypto-Aktien schnell umkehren.
Derzeit setzen Investoren jedoch darauf, dass der politische Rückenwind aus dem Weißen Haus zu einem klareren regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte in den USA führt.





