Krypto-Markt-Update: Kann der September richtig hässlich für Krypto und die Aktienmärkte werden?

Die neue Woche startet für die Finanzmärkte unter düsteren Vorzeichen. Zur Markteröffnung geht es für die europäischen Börsen steil bergab. Der Dax notiert in den ersten Handelsstunden mit mehr als 3 Prozent besonders heftig im Minus.

Der Grund dafür liegt in den neuen Entwicklungen an den Energiemärkten. Russland stoppt bis auf weiteres sämtliche Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1. Offiziell aufgrund von Wartungsarbeiten – allerdings dürfte das eher eine Antwort auf die Pläne der EU sein, eine Preisobergrenze für russische Energie im Einklang mit den G7 einzuführen.

Damit steigt die Rezessionsgefahr für den europäischen Wirtschaftsmotor Deutschland weiter an. Ohne genügend Gas dürfte die heimische Industrie im Winter erheblich unter Druck stehen, auch wenn zuletzt seitens der Bundesregierung kommuniziert worden ist, dass die Vorräte den Winter über halten sollen. Dennoch lassen diese jüngsten Entwicklungen die Unsicherheit an den Finanzmärkten weiter zunehmen.

Die Gaspreise sind als Folge des Lieferstopps erneut durch die Decke geschossen.

Bitcoin vorerst unbeeindruckt

Während die neuen Entwicklungen die europäischen Aktienmärkte extrem unter Druck setzen, bleibt der Krypto-Markt relativ unbeeindruckt. Der Bitcoin-Kurs setzt seinen Schlingerkurs um die runde Marke von 20.000 Dollar, den er bereits seit Anfang letzter Woche beschreitet, vorerst unbeeindruckt fort.

Mehr Impulse dürfte die Markteröffnung der Wall Street am Nachmittag europäischer Zeit geben.

Bewegung an den Devisenmärkten

Die Situation in Europa setzt jedoch dem Euro deutlich zu. Die europäische Gemeinschaftswährung ist auf ein neues Tief gegenüber dem US-Dollar gefallen und notiert nun unter der Marke von einem Dollar.

Der DXY hat mit einem Punktestand von 110 ein neues Hoch seit 20 Jahren erreicht. Damit gibt es aus charttechnischer Sicht nun keine wirklichen Hürden mehr bis zum Hoch bei 120 Punkten aus der Jahrtausendwende.

Sollte sich die Rally des US-Dollars weiterhin fortsetzen, verspricht das weitere Schmerzen für die Aktienmärkte und auch den Krypto-Sektor, da ein starker Dollar Risk-On-Assets unter Druck setzt. Auch für die internationale Wirtschaft bedeutet ein zu starker Dollar zusätzliche Schmerzen, da er Rohstoffpreise und Kreditbedingungen für ausländische Wirtschaftsteilnehmer, die auf den Dollar angewiesen sind, ungünstig beeinflusst.

Wird der September noch richtig hässlich für die Märkte?

Der September gilt saisonal bedingt als eher schlechter Monat für die Finanzmärkte und auch in diesem Jahr bietet der Monat einiges an negativem Momentum für die Asset-Preise. Mitte des Monats stehen die US-Inflationsdaten für August an und eine negative Überraschung könnte für weitere Panik sorgen, da dadurch eine längere geldpolitische Straffung der US-Notenbank droht.

Hinzu kommt der nächste Zinsentscheid der Federal Reserve am 21. September, für den die Märkte ohnehin bereits eine weitere Leitzinserhöhung von 0,75 Prozent erwarten.

Höhere Leitzinsen machen die Kapitalaufnahme wieder teurer und setzen somit die Wirtschaft zusätzlich unter Druck. Die Fed will damit die Nachfrage innerhalb der Wirtschaft drücken, um die Inflationsrate wieder auf ein erträgliches Maß runterzudrücken.

Die Leitzinserhöhung ist jedoch nicht das Einzige, was die Märkte unter Druck setzen kann. Seit Juni baut die Fed ihre Bilanz langsam wieder ab, um damit indirekt die Geldmenge am Markt wieder zu verringern. Sie hinkt ihren Zielen bisher jedoch hinterher. Bisher hat sich die Notenbank-Bilanz seit Juni 2022 lediglich um 63 Milliarden Dollar verringert – das entspricht nur etwa der Hälfte der geplanten Menge.

Die quantitative Straffung soll im Dezember noch einmal ordentlich an fahrt aufnehmen und es sollen 95 Milliarden Dollar pro Monat abgebaut werden. Um ihren Zielen hinterherzukommen, wird es wohl nicht mehr nur reichen, Anleihen in ihrer Bilanz passiv abzubauen, indem die Wertpapiere auslaufen und das Geld nicht wieder neu investiert wird, sondern die Fed wird wohl auch aktiv Wertpapiere verkaufen müssen, was also für zusätzlichen Verkaufsdruck an den Anleihemärkten und damit weiter steigenden Zinsen führen könnte.

Die Stimmung ist wieder im Keller

Der einzige „positive“ Faktor, den man derzeit am Markt sehen kann, ist, dass die Stimmung sich nach der Euphorie der Bärenmarktrally wieder um 180 Grad gedreht hat und nun jeder wieder eine heftige globale Rezession erwartet.

Das kann also im Umkehrschluss auch heißen, dass bereits eine Menge Schmerzen bereits am Markt eingepreist sind. Der Crypto Fear and Greed Index befindet sich mit einem Wert von 23 wieder im „Extreme Fear“-Bereich und damit erneut im Keller.

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Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.

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