Krypto-Markt-Update: Kann Bitcoin in H2 die Korrelation mit den Aktienmärkten beenden?

Bitcoin konnte auch einen erneuten Ausflug bis an die Marke von 24.000 Dollar nicht erfolgreich über dieser Marke beenden, hat jedoch mit dem Wochenschluss die zweite Wochenkerze als Bestätigung über dem 200-Wochen-Trend geschlossen, der als wichtige Unterstützungslinie in einem Bärenmarkt gilt.

Mit der derzeitigen Wochenkerze baut die Kryptowährung den Abstand weiter aus und auch im kurzfristigeren Zeitfenster bleibt der Aufwärtstrend seit Mitte Juni intakt.

Showstealer bleibt ohnehin Ethereum – die Kryptowährung konnte gestern bis an die Marke von 1800 Dollar klettern und setzt ihren rasanten Aufwärtstrend seit Anfang Juli damit fort. Haupttreiber bleibt die Euphorie um den Merge, der den Konsensmechanismus von Ethereum von Proof of Work zu Proof of Stake ändern wird und den Grundstein für eine effiziente Skalierung des Netzwerks legen soll.

US-Inflationsdaten nächster wichtiger Termin

Marktbewegende Daten kommen am Mittwoch aus den USA, denn dann werden die Inflationsdaten für Juli veröffentlicht. Erwartet wird ein Wert von 8,7%. Im Juni haben die US-Verbraucherpreise mit einem Anstieg von 9,1% gegenüber Vorjahr einen neuen Höchststand seit Jahrzehnten erreicht.

Der Markt wartet auf Anzeichen, dass die Inflation ihren Peak erreicht und der US-Notenbank Federal Reserve damit Spielraum gibt, ihren straffen geldpolitischen Kurs ein wenig zu lockern, um die Wirtschaft nicht in eine Rezession zu stoßen.

Sollte die Inflation erneut höher als erwartet ausfallen, könnte das der derzeitigen Rally an den Aktienmärkten den Stecker ziehen und auch Druck auf Krypto-Assets ausüben.

JPMorgan sieht Boden erreicht

In einem neuen Marktkommentar sehen Analysten der US-Investmentbank JPMorgan den Boden für Krypto-Assets erreicht. „Trotz des Anstiegs der Kryptowährungspreise im Juli sind die Krypto-Märkte seit Jahresbeginn immer noch um die Hälfte gesunken und die Handelsvolumina sind immer noch niedrig. Aber es scheint, dass die Krypto-Märkte einen Boden gefunden haben“, so der JPM-Analyst Kenneth Worthington.

„Die Preise für Kryptowährungen erholten sich im Juli, eine Atempause bei der Korrektur der Token-Preise, die anhält, seit die Marktpreise für Kryptowährungen im November 2021 ihren Höhepunkt erreichten“, fügte er hinzu. „Was unserer Meinung nach geholfen hat, war eine begrenztere neue Ansteckung weiterer Projekte durch den Zusammenbruch von Terra/Luna.“

„Bitcoin könnte zu Risk-off-Asset werden“

Mike McGlone, Senior Commodity Strategist von Bloomberg, sieht für Bitcoin den schlimmsten Abverkauf ebenfalls als beendet an und hält es für möglich, dass Bitcoin im zweiten Halbjahr einen Wechsel im Verhalten erleben und seine Korrelation mit Aktien aufheben könnte.

“Ich denke, dass Bitcoin im zweiten Halbjahr mehr zu einem Risk-off-Asset wie Gold oder Anleihen transformieren wird und sich nicht mehr wie ein Risk-on-Asset, wie es bei Aktien der Fall ist, verhalten wird. Ich erwarte das wir eine heftige weltweite Rezession sehen werden, die Bitcoin wahrscheinlich zum Scheinen bringen lassen wird – zusammen mit Gold und langfristig laufenden US-Staatsanleihen.“

Für die Argumente des Bloomberg-Analysten spricht, dass die Krypto-Märkte in den letzten Monaten bereits wesentlich mehr Tribut als die Aktienmärkte zahlen mussten. Von seinem Allzeithoch ist Bitcoin immer noch mehr als 60% entfernt. Die Gesamtmarktkapitalisierung des Krypto-Sektors ist von im Peak drei Billionen Dollar bis auf eine Billionen Dollar zurückgefallen.

Währenddessen konnte der S&P 500 in der Rally der letzten Wochen wieder eine Menge an Boden gut machen und zurück bis über die Marke von 4000 Punkten klettern. Damit ist er nur noch gut 12 Prozent von seinem Allzeithoch Ende letzten Jahres bei 4800 Punkten entfernt. Am Markt gehen immer noch die meisten Analysten davon aus, dass die Aktienmärkte derzeit eine Bärenmarktrally erleben.

Währenddessen mehren sich für Bitcoin die Zeichen, dass ein Boden gefunden wurde. Bitcoin war in den letzten Monaten mit den Aktienmärkten eng korreliert, da die makroökonomischen Auswirkungen sich auch stark auf Bitcoin ausgewirkt haben. Zuerst hatte die lockere Geldpolitik auch in den Krypto-Sektor eine Menge spekulatives Geld gepumpt. Dieses wurde im Zuge des Kurswechsels der US-Notenbank – genau wie an den Aktienmärkten – wieder abgezogen.

Geblieben ist das langfristig und aus fundamentalen Gründen investierte Kapital. Daher könnte Bitcoin nun gut aufgestellt sein, um in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld seine fundamentalen Stärken besser auszuspielen und sich von den Aktienmärkten langfristig wieder entkoppeln.

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