Krypto-Markt-Update: Geldpolitische Straffung geht weiter – Fed-Chef Powell holt die Märkte in die Realität zurück – Was bedeutet das für Bitcoin?

Fed-Chef Jerome Powell hat mit seiner Rede während der Zentralbank-Konferenz in Jackson Hole definitiv versucht, die Märkte wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen und klar gemacht, dass die Federal Reserve ihren Pfad der geldpolitischen Straffung weitergehen wird, um die Inflation langfristig wieder zurück in den Zielbereich von 2% zu drücken.

„Die Wiederherstellung der Preisstabilität wird einige Zeit brauchen und zwing uns, unsere geldpolitischen Werkzeuge mit Nachdruck zu nutzen, um Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Abbau der Inflation wird wahrscheinlich einen längeren Zeitraum des negativen Wachstums brauchen. Zudem wird sich immerhin wohl die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannen. Die Mischung aus hohen Zinsen, langsamen Wachstum und besseren Arbeitsmarktbedingungen wird die Inflation nach und nach senken, auch wenn Privathaushalte und Unternehmen dadurch leiden müssen. Leider sind das die Kosten der Inflationssenkung, aber dies nicht zu tun, würde noch viel größeren Schaden anrichten.“

Das klingt sehr danach, dass wir im September im Zuge des nächsten Fed-Meetings eine weitere Leitzinserhöhung um 0,75% sehen werden und es bis Jahresende sogar noch weitere Erhöhungen geben dürfte. Ein Leitzins von 3,5% bis Jahresende ist damit nicht vom Tisch und auch in 2023 könnte die Fed im schlimmsten Fall ihren Pfad der geldpolitischen Straffung weitergehen, sollte sich die Inflation hartnäckig im oberen Bereich halten.

Sowohl die Aktienmärkte als auch der Krypto-Sektor haben entsprechend auf die ernüchternde Botschaft des Zentralbank-Vorsitzenden reagiert. Die großen US-Indizes sind am Freitag allesamt um 3 bis 4% in den Keller gerutscht und auch in Europa ging es deutlich bergab.

Bitcoin ist ebenfalls abgetaucht und am Samstag kurzzeitig wieder unter die Marke von 20.000 Dollar gerutscht, konnte diese Marke jedoch als charttechnische Unterstützung verteidigen.

Im Fokus liegt nun die Wocheneröffnung der Aktienmärkte am Montag. Die Finanzmärkte dürften den Eimer kaltes Wasser, den Powell über die Anleger geschüttet hat, wahrscheinlich in die neue Woche mitnehmen und die Bärenmarktrally der Tatsache nun weiteren Tribut zollen, dass die geldpolitische Straffung der Notenbank vorerst ungebremst weitergehen wird. An den Märkten hatte sich – irrtümlicherweise – bereits eine Menge Hoffnung eingepreist, dass die Fed auf die Bremse treten würde.

Auch der Dollar hat deutlich auf die Rede von Powell reagiert. Nachdem der DXY kurzzeitig deutlich abgetaucht war, hat der Index nach den Aussagen Powells wieder deutlich an Fahrt aufgenommen und notiert wieder in der Nähe seines Zwischenhochs bei 109 Punkten.

Ein starker Dollar ist eine Belastung für die Weltwirtschaft, da alle in Dollar denominierten Rohstoffe und auch Kredite für andere Wirtschaftsteilnehmer teurer werden und die Inflation der eigenen Währung zusätzlich anheizen.

Wie geht es weiter?

Die Finanzmärkte müssen nun die kurzzeitig zu heiß gelaufene Hoffnung auf eine vorzeitige geldpolitische Lockerung wieder abschütteln und den Pfad weiterer Zinserhöhungen und damit weiteren Druck auf die Wirtschaft wieder neu einpreisen.

Es bleibt fraglich, wie viel Tribut die Aktienmärkte dazu erneut zahlen müssen, die einiges von den Verlusten aus dem ersten Halbjahr in der zurückliegenden Bärenmarktrally wieder aufgeholt hatten.

Die Erholung im Krypto-Sektor ist wesentlich weniger stark gelaufen und Bitcoin notiert mit dem Fall bis an die Marke von 20.000$ immer noch nahe am bisherigen Bärenmarkttief. Es wird spannend zu sehen, wie eng die Kryptowährung immer noch mit den traditionellen Finanzmärkten korreliert und ob eine weitere Korrektur an den Aktienmärkten vergleichbaren Schaden am Bitcoin-Kurs anrichtet, oder ob die Bewertung von Bitcoin derzeit näher am fairen Niveau des Assets liegt.

Im Fokus bleibt auf jeden Fall der DXY. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich ein Doppeltop mit der Marke von 109 Punkten abzeichnet und damit eine Trendwende in Aussicht steht.

Die Finanzmärkte werden früher oder später die geldpolitische Straffung und die erwarteten Folgen einer wirtschaftlichen Rezession, die immer noch unausweichlich scheint, eingepreist haben und das wird auch den Dollar wieder schwächen, da mit einer schwächeren Nachfrage und gleichzeitig eine lockereren Geldpolitik gerechnet werden kann.

Bitcoin dürfte in seiner inversen Korrelation mit dem DXY bleiben und sollte sich das besagte Doppeltop abzeichnen, könnte das für Bitcoin ebenfalls eine Trendwende – nach oben – bedeuten.

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