Krypto-Markt-Update: Blick auf die Charts – wie geht es weiter für Bitcoin, Ethereum und die Aktienmärkte?

Die Stimmung am Markt hat sich im Keller eingenistet und die Erwartungen häufen sich, dass ein weiterer großer Selloff für Bitcoin bevorsteht. Von Marktbeobachtern in den Sozialen Netzwerken und Finanznachrichten werden dabei Kursziele von 14k, 12k und sogar 10k Dollar genannt und auch für die Aktienmärkte geht eine große Zahl von Experten von einem anhaltenden Bärenmarkt mit entsprechendem Kursdruck aus.

Der Bitcoin-Kurs befindet sich weiterhin unterhalb seiner Abwärtstrendlinien, die er seit November 2021 bzw. März 2022 gebildet hat. Ein Ausbruch ist zuletzt gescheitert und auch die runde Marke von 20.000 Dollar konnte nicht mehr als charttechnische Unterstützung herhalten.

Damit rückt als nächste relevante charttechnische Marke der Bereich um 14.000 Dollar ins Visier, gefolgt von dem Zwischenhoch von 12.000 Dollar aus Sommer 2020. Deutliche charttechnische Unterstützung wartet im Bereich zwischen 8.000 und 10.000 Dollar als Pre-Covid-Levels.

Ethereum leidet derzeit unter dem Post-Merge-Blues und hatte mit deutlichen Abverkäufen zu kämpfen, findet derzeit jedoch Halt am 200-Wochen-Trend. Der 21-Wochen-Trend hat sich für die Merge-Rally im Nachhinein als zu hohes Hindernis herausgestellt und konnte auf Wochenebene in zwei Anläufen nicht überwunden werden.

Damit rückt dieser auch als wichtiger Indikator in den Vordergrund. Außer einem relativ kurzen Ausflug darunter im Sommer 2021 im Zuge des ausgerufenen Mining-Verbots in China hat sich der 21-Wochen-Trend als maßgebliche Unterstützung für Ethereum im letzten Bullrun erwiesen.

Seit dem Einbruch um die Jahreswende stellt er sich als charttechnischer Widerstand heraus und ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Trend könnte den nächsten Bullrun für Ethereum signalisieren.

Mit Blick auf die Gesamtmarktkapitalisierung kämpft der Krypto-Sektor weiterhin mit Hängen und Würgen um eine Bestätigung des 200-Wochen-Trends als charttechnische Unterstützung. Derzeit notiert der Kurs leicht unter dem Trend.

Crypto Fear and Greed Index richtet sich häuslich wieder im Keller ein

Nachdem der Crypto Fear and Greed Index, der anhand mehrerer aussagekräftiger Indikatoren die Stimmung am Krypto-Markt abbildet, sich Anfang September nach gut drei Monaten aus dem Bereich „Extreme Fear“ herauskämpfen konnte, hat er sich mittlerweile wieder dort eingenistet und zeigt, wie niedergeschlagen die Stimmung am Markt weiterhin ist.

Quelle: alternative.me

Die Lage an den Finanzmärkten bleibt aufgrund einer Vielzahl an Belastungsfaktoren schwierig. Saifedean Ammous, der Autor des „Bitcoin-Standard“ hat die Situation in einem Tweet jüngst recht treffend zusammengefasst: „Globale Anleihen kollabieren in ihren jeweiligen Fiat-Währungen, diese wiederum kollabieren gegenüber dem Dollar und dieser wiederum verliert schnell an Kaufkraft. Es wird Monate und Jahre dauern, bis der durchschnittliche Fiat-Geld-Nutzer realisiert, wie sehr er finanziell ruiniert wird. Das „neue Normal“ ist nun Armut.“

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Bond-Märkte und US-Dollar von der Geldpolitik getrieben

Die Anleihemärkte stehen seit Monaten unter Druck, da die Zinsen steigen und die Anleihen entsprechend in einer inversen Korrelation heftige Kurseinbußen erleben. Der große Faktor ist hier die Geldpolitik der US-Notenbank, die ihre Anleiheaufkäufe beendet hat – was die Kurse hoch und die Zinsen niedrig gehalten hat – und den Leitzins erhöht.

Die Zinsen 10jähriger US-Staatsanleihen notieren mittlerweile wieder bei knapp 3,8% – das ist der höchste Wert seit über 10 Jahren. Für Wirtschaftsteilnehmer, die neues Kapital aufnehmen müssen, bedeutet das erhebliche zusätzliche Kosten.

Der Dollar bleibt ebenfalls ein enormer Belastungsfaktor, da er seine Rally ungebremst fortsetzt. Zuletzt ist der DXY, der den Dollar gegenüber einem Korb aus anderen wichtigen Währungen von Industrieländern bemisst, über die charttechnische Hürde von 110 Punkten gesprungen und ist nun auf dem Weg zur Marke von 120 Punkten, was ein weiteres 20-Jahreshoch markieren und den Dollar auf ein Niveau wie zu Zeiten der Dotcom-Blase heben würde.

Ein starker Dollar setzt die globalen Finanzmärkte und Wirtschaft unter Druck, da Rohstoffe in Dollar gehandelt und dein Großteil der Kredite in Dollar denominiert sind. Die Rally wird weiter dadurch befeuert, dass der Dollar als sicherer Hafen gilt und viele Finanzmarktteilnehmer ihr Kapital aufgrund der unsicheren Lage in Dollar parken.

Wo liegt das Tief für die Aktienmärkte?

Die restriktive Geldpolitik, die steigenden Zinsen an den Anleihemärkten und der starke Dollar sind dementsprechend ein Belastungsfaktor für die Wirtschaft und damit auch für Aktien.

Ausgehend von der derzeit extrem pessimistischen Stimmung erwartet wohl ein Großteil des Marktes eine weitere Korrektur für die Aktienmärkte. Für den aussagekräftigen und weltweit relevantesten US-Aktienmärkt könnte das entsprechend für den S&P 500 einen Rutsch bis auf die Pre-Covid-Levels bedeuten. Hier dienen die Marke von ~ 3.400 Punkten als Pre-Covid-Level und die Marke von ~ 3000 Punkten als Niveau um die letzte Zinserhöhungsphase der Federal Reserve um 2018 herum als relevante Kursmarken.

Q3-Berichtssaison steht vor der Tür

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Aktienmärkte wird die Berichtssaison zum dritten Quartal sein, die bald starten wird. Die Prognosen vieler Wirtschaftssektoren sind weiterhin im Sinkflug und viele Marktbeobachter erwarten, dass sich das negative wirtschaftliche Umfeld bald deutlich in den Geschäftszahlen vieler Unternehmen sichtbar machen wird.

Da eine Rezession weiterhin als Faktor im Raum steht und die Chancen aufgrund des geldpolitischen wie geopolitischen Gegenwinds größer werden, dürften die Bewertungen vieler Unternehmen immer noch deutlich zu hoch angesetzt sein und Potenzial für eine weitere Korrektur geben.

Wann ist ein Ende des schwachen Marktumfelds in Sicht?

Die wirtschaftliche Lage wird sich nicht so bald aufhellen, im Gegenteil, die wahren Auswirkungen dürften sich anhand der mannigfaltigen Probleme erst noch zeigen und für weiteren Abwärtsdruck sorgen. Die Inflation, die derzeit der Grund für die restriktive Geldpolitik der Notenbank und damit auch viele der Probleme für die Wirtschaft ist, dürfte auch noch eine Weile oben bleiben.

Erst wenn der Zielkorridor von etwa 2 Prozent wieder erreicht wurde, wird die Federal Reserve wieder lockerer werden und damit etwas Entspannung an den Aktienmärkten herbeiführen. Im Zuge der letzten Zinserhöhung letzte Woche hat Fed-Chef Jerome Powell das noch einmal deutlich gemacht: Die Fed wird ihren straffen geldpolitischen Kurs vorerst weiterführen.

Offizielle der Notenbank nannten dabei einen „Endpunkt“ im Bereich von 4,6% für die Zinsniveaus, an dem sie mit der Erhöhung aufhören werden. Das würde bedeuten, dass die geldpolitische Straffungsphase sich noch bis in das nächste Jahr fortsetzen wird. Powell hat dabei betont, dass dieser Weg noch „schmerzhaft“ für die Wirtschaft werden wird und eine Phase für die Wirtschaft „unterhalb der Wachstumstrends und wachsende Arbeitslosigkeit“ notwendig sei.

Damit ist zumindest der geldpolitische Pfad ungefähr vorgegeben. Solange die Fed ihre Ziele nicht erreicht hat – oder irgendetwas an den Finanzmärkten fundamental in die Brüche geht, beispielsweise eine große Welle an Zahlungsausfällen, der die Kreditmärkte strukturell gefährden würde – wird es an dieser Front keine Entlastung für die Finanzmärkte geben. Damit bleibt zu hoffen, dass die Inflation schnell zurückgeht und den Notenbanken entsprechenden Spielraum für eine Pause oder Trendumkehr gibt.

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Disclaimer auf Deutsch: Der Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin ist ein verdammtes Casino. Einzelne Coins können zwar komplett durch die Decke gehen, das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch auch an der Tagesordnung. Altcoins haben in den meisten Fällen nichts mit Investments zu tun, sondern sind viel mehr reine Spekulation. Wenn ihr am Casino-Tisch Platz nehmt, dann macht ihr das auf eigene Gefahr. Ich zeige hier, wie ich im Krypto-Sektor unterwegs bin und welche Strategien ich benutze, weil ich das Thema liebe und gerne darüber spreche. Ihr könnt mit den Informationen machen, was ihr wollt, ihr seid erwachsen – eine Empfehlung von meiner Seite ist es definitiv nicht. Ich empfehle gar nichts, jeder Mensch sollte eigene, auf ausführlicher Recherche, gesundem Menschenverstand und individueller Risikoabwägung basierende Entscheidungen darüber treffen, was man mit seinem eigenen Geld machen möchte.