Dogecoin: Es geht wieder los – Bullenmarkt-Trigger oder gefährliches Spiel von Elon Musk?

Anscheinend muss es alle paar Monate passieren: Elon Musk hat einmal mehr den Kurs der Satire-Kryptowährung Dogecoin bewegt. Doge ist in den letzten 24 Handelsstunden um knapp 30% nach oben katapultiert worden, nachdem auf dem Kurznachrichtendienst Twitter das blaue Vogelsymbol gestern gegen das Bild des auf der Kryptowährung Dogecoin verewigten Shiba Inu Hundes ausgetauscht wurde.

Eine offizielle Erklärung seitens Twitter oder Musk gab es nicht. Musk hat lediglich zwei Tweets abgesetzt, eines auf dem ein scherzhaftes Comic über die Transformation des Twitter-Logos zu sehen ist und einen Tweet, in dem er sich auf eine Unterhaltung aus März letzten Jahres bezieht, in dem der Twitter-Influencer „Chairman“ aus der Wallstreetbets-Reddit-Szene Musk um eine entsprechende Aktion gebeten hat.

Hintergründe zur Beziehung zwischen Musk und Doge

Elon Musk ist bereits seit Jahren ein bekennender Fan der Satire-Kryptowährung und hat Doge immer wieder in verschiedenen Formaten, am häufigsten jedoch auf Twitter, erwähnt und damit den Kurs massiv beeinflusst.

Zuletzt hatte er nach der Übernahme von Twitter im Herbst 2022 in den Raum geworfen, dass er Twitter entsprechend umbauen möchte und eine Kryptowährung als Zahlungsmittel integrieren wolle. Doge stand unter den Anlegern und Twitter-Nutzern als Kandidat ganz weit oben. Allerdings ist seitdem nicht mehr viel in dieser Richtung passiert, im Januar wurden die Erwartungen diesbezüglich von Twitter wieder gedämpft.

Unmittelbar steht zudem noch eine Sammelklage einiger Anleger gegen Musk im Raum, die letztes Jahr eingereicht wurde und ihn bezichtigt, den Preis von Dogecoin über mehrere Jahre hinweg um über 36.000% nach oben manipuliert zu haben und ihn dann wieder einbrechen zu lassen.

Am 1. April haben die Anwälte von Musk einen Antrag eingereicht, die Klage fallen zu lassen, da sie unbegründet sei. In dem Antrag bezeichnen sie die Klage als „phantasievolles Werk der Fiktion“ und bekräftigen die Harmlosigkeit von Musks Aussagen bezüglich Dogecoin. „Es ist nichts Unrechtmäßiges daran, Worte der Unterstützung für oder lustige Bilder über eine legitime Kryptowährung zu twittern, die weiterhin eine Marktkapitalisierung von fast 10 Milliarden Dollar hat“, heißt es in dem Statement.

Was bedeutet die Sache aus Investmentsicht?

Man darf die virale Macht von Musk niemals unterschätzen. Die Dogecoin-Kursentwicklung der letzten Jahre ist der unumstrittene Beweis dafür. Dass der Unternehmer zudem nicht nur redet, sondern durchaus auch Dinge umsetzt, die er äußert, hat er ebenfalls bereits des Öfteren bewiesen. Dass Dogecoin also irgendwann ein akzeptiertes Zahlungsmittel auf Twitter werden könnte, ist also alles andere als abwegig.

Dass hinter Doge eine riesige und emotional-treue Community steckt, hat die jüngste Preisentwicklung zudem einmal mehr bewiesen. Die Kryptowährung ist um knapp 30% gestiegen und hat nun eine Marktkapitalisierung von 14 Milliarden Dollar erreicht. Doge ist damit im Ranking wieder zum siebt-größten Krypto-Asset auf dem Markt geworden.

Mögliches Upside-Potenzial für Doge

Wie sieht das Upside-Potenzial tatsächlich aus? Das Fundament weiterer Preissteigerungen für Doge besteht zum einen aus dem anhaltenden Interesse von Musk an der Kryptowährung und eventueller Pläne, Dogecoin wirklich auf die ein oder andere Weise in Twitter zu integrieren und zum anderen aus der breiten Masse an Anlegern, die scheinbar bereit sind, in den Satire-Coin zu investieren. Das Allzeithoch aus dem letzten Bullrun im Mai 2021 lag bei knapp 70 Cent bzw. einer Marktkapitalisierung von unglaublichen knapp 90 Milliarden Dollar. Allerdings wurde dieses Level nur kurzzeitig in Form eines Blowoff-Tops erreicht und der Kurs ist sehr schnell wieder in tiefere Regionen gesunken.

Ein weiterer Faktor ist, dass wir uns zu dieser Zeit noch mitten in einem Bullenmarkt befunden hatten. Zu diesem Zeitpunkt war eine wesentlich größere Zahl kurzfristig orientierter Anleger im Markt unterwegs (und im Fall von einem Internet-Hype wie Doge dürfte es sich dabei zu einem großen Teil um komplett unerfahrene Privatanleger gehandelt haben, die auf der FOMO-Welle mitgeritten sind). Auch das übergeordnete wirtschaftliche Umfeld war damals noch ein ganz anderes.

Sollte Dogecoin wirklich von Twitter in irgendeiner Form integriert werden, dann besteht ohne Zweifel weiteres Upside-Potenzial für Doge. Allerdings ist eine Rückkehr zum letzten Allzeithoch aus meiner Sicht äußerst unwahrscheinlich, dafür stimmen die übergeordneten Rahmenbedingungen derzeit nicht. Im nächsten Bullrun wäre ein solches Szenario jedoch nicht ganz unwahrscheinlich.

Deutliche Risiken

Allerdings dürfte auch das, sollte sich dieses Szenario in den nächsten Monaten bis Jahren wirklich ausspielen, von deutlicher Volatilität, Emotionen dieser besonderen Sparte an Anlegern, und einer nicht unbedingt nachhaltigen Kursentwicklung geprägt sein. Eine solche Performance als Investor zu spielen und effizient mitzunehmen, dürfte was das Markttiming angeht, extrem schwierig werden.

Auf der negativen Seite könnte es zum einen durchaus sein, dass die neuerlich erzeugte Aufmerksamkeit von Musk auf Doge sich ebenfalls schnell wieder abflachen könnte, weil nichts weiteres kommt. Eine Möglichkeit wäre, dass Musk und Twitter die Aktion lediglich als PR-Stunt nutzen wollten, um von der immer noch im Raum stehenden Klage und den nun getroffenen Gegenmaßnahmen abzulenken. Als Investor muss man zudem bedenken, dass bei Doge einige Whales unterwegs sind, die große Teile der Marktkapitalisierung kontrollieren und die immer wieder auftretende Volatilität der Kryptowährung entsprechend ausnutzen.

Möchte man ein absolutes Worst-Case-Szenario zeichnen, könnte sich die Klage sogar zu einer absolut bitteren Pille für Musk und den ganzen Krypto-Sektor entwickeln. Wie nun allgemein bekannt ist, haben die USA ihren regulatorischen Kreuzzug gegen den Sektor eröffnet und gehen rigoros gegen verschiedene Firmen, Projekte und Coins vor. Es ist fraglich, ob die vergangenen Interaktionen Musks mit dem Krypto-Sektor als solchem von Seiten der Regulatoren gern gesehen werden.

Im schlimmsten Fall könnte die Klage als Vehikel genutzt werden, um einerseits Dogecoin als Security zu brandmarken, um einen weiteren Präzedenzfall für weitere Klagen zu bekommen. Und andererseits könnte an Musk ein Exempel statuiert werden, um zu signalisieren, dass es jedem Unternehmer schaden kann, auf die eine oder andere Weise mit dem Krypto-Sektor zu interagieren.

Anmerkung: dass sind lediglich meine Vermutungen. Wie wahrscheinlich ein solches Szenario ist, kann ich nicht einschätzen. Wahrscheinlich bleibt es bei der Sammelklage, die im Zweifel eingestellt wird, ohne das Regulationsbehörden von oberster Stelle mit einbezogen werden.

Fazit aus der Investment-Perspektive

Zusammengefasst besteht aufgrund der derzeitigen Geschehnisse weiteres Upside-Potenzial für Dogecoin. Aufgrund der bereits extrem hohen Marktkapitalisierung und der Tatsache, dass die bullischen Argumente nur auf einer Menge Emotionen bzw. Hype und lediglich der wagen Hoffnung auf einen neuen Usecase für Dogecoin als Twitter-Zahlungsmittel beruhen, gestaltet sich das Chance-Risiko-Verhältnis bei Doge meiner Meinung nach als deutlich zu schlecht, als dass es sich für eine Position lohnen würde.

Da sehe ich das Kapital besser in Low-Cap-Altcoins aufgehoben, die ein echtes Konzept, ein gutes Team und eine Perspektive für einen langfristigen Usecase haben. Das Downside-Potenzial mag bei dieser Kategorie von Investments zwar vielleicht sogar minimal höher sein als bei Doge, allerdings ist das Upside-Potenzial um ein Vielfaches höher. Hinweise: Das ist keine Investment-Beratung, sondern lediglich meine persönliche Meinung.

Investment-Ideen und Projekt-Reviews findet ihr auf der entsprechenden Seite auf meinem Blog.

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Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.

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