Bitcoin: Ist ein Super-Zyklus doch nicht vom Tisch?

Der letzte Bullrun liegt nun schon über ein Jahr zurück und der in 2022 eingetroffene Bärenmarkt hat den ganzen Krypto-Sektor auf eine harte Probe gestellt. Allerdings konnte Bitcoin sich mittlerweile wieder von seinen Bärenmarkt-Tiefs absetzen und aus charttechnischer Sicht deutet alles darauf hin, dass Bitcoin in einen neuen langfristigen Aufwärtstrend übergegangen ist. Der Abwärtstrend aus dem Bärenmarkt wurde durchbrochen und wichtige charttechnische Indikatoren wie der 200-Tage-Trend, der 200-Wochen-Trend, der exponentielle 21-Monats-Trend, sowie das Bullmarket-Supportband konnten erneut überschritten werden.

Diese Preisentwicklung spielt dem Modell der gängigen Bitcoin-Preiszyklen in die Karten, die sich bereits seit der Entstehung der Kryptowährung ausspielen und von den ungefähr alle 4 Jahre stattfindenden Halbierungen der Bitcoin-Neuerzeugungsrate maßgeblich geprägt werden. Die Halbierungen haben auch ohne Zweifel einen großen Einfluss auf das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und damit auf den Preis. Die Adaption von Bitcoin spielt jedoch ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Preisentwicklung.

Super-Zyklus-Theorie erhält neues Futter

Und hier gibt es eine interessante alternative Sichtweise, die sich seit dem letzten Bullenmarkt als mögliches Szenario in den Köpfen vieler Krypto-Investoren festgesetzt und die durchaus ihren Reiz hat, wenn man auf die jüngsten Entwicklungen schaut.

Dieses Szenario beschreibt einen sogenannten Super-Zyklus für Bitcoin, bei dem das anbrechende institutionelle Interesse die bisherigen Bitcoin-Preiszyklen außer Kraft setzt und neue Maßstäbe für die Preisfindung von Bitcoin setzt, da viel größere Summen in die Kryptowährung investiert werden und Bitcoin in seiner Rolle als Wertspeicher und Asset von internationaler Relevanz gefestigt wird.

Bereits 2020 mit dem Einstieg von MicroStrategy und dessen CEO und Bitcoin-Advokat Michael Saylor wurden die Hoffnungen am Markt geschürt, dass nun die große Welle an institutionellem Geld in Bitcoin fließen und einen Super-Zyklus in Gang setzen wird, der die Kryptowährung bis in Bereich von 1.000.000$ pro Coin und höher schießen lässt.

Der letzte Bullrun hat zwar sehr viel in Sachen Adaption, Preisentwicklung und der Festigung von Bitcoin und Co. in der traditionellen Finanzwelt erreicht – der institutionelle Bullrun ist aber definitiv ausgeblieben. Das liegt nicht zuletzt an der immer noch unklaren Regulierung, sowie der teilweise feindlichen Haltung der Behörden gegen den Sektor – vor allem in den USA hat sich dies zuletzt als immer größere Herausforderung herauskristallisiert.

Nichtsdestotrotz wurde in den letzten Wochen wichtige Fundamente gelegt, die einen Super-Zyklus doch nicht ganz abwegig machen. Es scheint, als würde jetzt, gut 1,5 Jahre nach dem letzten Bullrun, endlich der Grundstein für den echten institutionellen Einstieg in Bitcoin gelegt, nachdem BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt und eine Macht an der Wall Street, einen Antrag für einen Bitcoin-Spot-ETF eingereicht hat und damit eine Welle an institutionellem Interesse ausgelöst hat.

Wenn nun endlich die Schleusen auf breiter Front geöffnet werden und Anbieter wie BlackRock Zugang zu Krypto in Form von gut regulierten und für traditionelle Spieler einfach zugängliche Produkte ermöglichen, dann könnte tatsächlich eine große Welle an neuem Kapital in Bitcoin strömen. Die fundamentalen Bedingungen dafür stehen ohnehin gut, denn sowohl die Situation an den globalen Finanzmärkten, im Banken-Sektor, sowie im Geldsystem an sich, als auch auf geopolitischer Ebene ist so unsicher wie selten. Ein unabhängiger und flexibel nutzbarer Wertspeicher ohne zentralen Angriffspunkt wirkt in diesem Umfeld umso attraktiver.

Ausgehen von dieser Grundlage ist mir in den letzten Tagen ein interessanter Chart unter die Augen gekommen, der eine beispielhafte Abbildung einer Preisentwicklung in einem solchen Super-Zyklus veranschaulicht.

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Ausgehend von diesem Chart war der letzte Bullrun, der nicht zuletzt durch den Einstieg einiger institutioneller Investoren wie MicroStrategy in Gang gesetzt wurde, lediglich der Start eines Super-Zyklus, der nun durch den Startschuss von BlackRock und der Welle an weiteren institutionellen Playern erst richtig ins Rollen geraten könnte.

Wie wahrscheinlich ist ein solcher Super-Zyklus?

Die Ereignisse der letzten Wochen um BlackRock, Fidelity, die neue institutionelle Krypto-Exchange EDX, sowie Anträge der Deutschen Bank und weiteren Banken für eine Krypto-Verwahrlizenz zeigen eines ganz klar: der Adaptionspfad von Bitcoin geht trotz der Herausforderungen unaufhaltsam weiter und damit ist auch der Boden für weitere extreme Preissteigerungen bereitet.

Zudem sind wir mit Blick auf die Charts, auch wenn man sich weiterhin an den „traditionellen“ Preismodellen von Bitcoin orientiert, wieder in einen langfristigen Aufwärtstrend übergegangen. Das lässt eher Überraschungspotenzial nach oben denn nach unten zu, selbst wenn weitere negative Meldungen den Markt kurz- bis mittelfristig erschüttern sollten.

Hinzu kommt die fundamentale Lage auf makroökonomischer Ebene. Diese ist zwar mit Blick auf die immer noch brodelnde Bankenkrise, einer immer noch in den Karten steckenden Rezession und weiteren geopolitischen Unsicherheiten alles andere als rosig, für Bitcoin bietet sie langfristig jedoch eher Chancen als Risiken, da Bitcoin genau für diese Probleme als Lösungswerkzeug bereitstehen will.

All diese potenziellen Preistreiber treffen zudem auf ein Angebotsumfeld, welches laufend geringer wird. Bereits seit 2020 sinkt das auf den Märkten verfügbare Bitcoin-Angebot kontinuierlich. Sollte die Nachfrage – aus welchen Gründen auch immer – deutlich anziehen, wäre eine Preisexplosion definitiv möglich.

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Dementsprechend ist ein durch institutionelles Interesse entfachter Super-Zyklus nicht komplett abwegig. Es gibt jedoch natürlich auch einige Gegenargumente. Zum einen ist alles andere als gesichert, dass der Vorstoß von institutioneller Seite, der in den letzten Wochen geschehen ist, nicht doch von regulatorischer Seite ausgebremst wird – vor allem in den USA.

Zum anderen bleiben die mannigfaltigen systemischen Risiken, die sich bei einem Ausbruch ohne Zweifel auch für Bitcoin und Co. zumindest unmittelbar als schmerzhaft erweisen würden, auch wenn Bitcoin als Alternative für das derzeitige Finanz- und Geldsystem herhalten möchte. Die Frage bleibt, ob Bitcoin schon bereit dafür wäre. Die Antwort ist wahrscheinlich: noch nicht.

Desweiteren gibt es noch einige spezifische Risiken für den Krypto-Sektor. Das derzeit größte ist die Krypto-Börse Binance. Die Plattform ist der mit Abstand größte Spieler im Sektor und der regulatorische Gegenwind ist zuletzt extrem angezogen. Binance agiert seit jeher in einer regulatorischen Grauzone. Abseits fehlender Lizenzen kommen jedoch noch Vorwürfe der Marktmanipulation, sowie Löcher im Balancesheet und andere problematische Aktivitäten hinzu.

Sollte sich nur eines dieser Gerüchte als handfestes Problem für die Börse erweisen und Binance strukturell schädigen, wäre ein Szenario wie um die US-Skandal-Börse FTX denkbar – nur in wesentlich größerem Ausmaß – und das würde den Markt eine Menge Tribut kosten.

Mein Fahrplan

Wie so oft in der Krypto-Welt halten sich absolut euphorische und apokalyptische Zukunftsaussichten gegenseitig in der Waagschale. Ich gehe weiterhin von einem Szenario aus, welches sich irgendwo in der Mitte ansiedelt. Und deswegen bleiben die bisherigen Bitcoin-Preiszyklen vorerst mein relevantester Orientierungspunkt.

Sie haben in der Vergangenheit eine starke Reputation aufgebaut und das Halving hat messbar einen signifikanten Einfluss auf das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und wirkt dadurch preistreibend. Sollte sich ein Negativ-Szenario ausspielen (beispielsweise Binance) dann wird das den Sektor zwar in Mitleidenschaft ziehen, langfristig würde das meiner Meinung nach jedoch weder den weiteren Adaptionspfad noch die Halving-Preiszyklen maßgeblich beeinflussen. Ein extremes Positiv-Szenario wie der angesprochene Super-Zyklus könnte das Upside-Potenzial jedoch (mMn) tatsächlich deutlich nach oben beeinflussen.

Denkt immer langfristig!

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Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.

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Disclaimer auf Deutsch: Der Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin ist ein verdammtes Casino. Einzelne Coins können zwar komplett durch die Decke gehen, das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch auch an der Tagesordnung. Altcoins haben in den meisten Fällen nichts mit Investments zu tun, sondern sind viel mehr reine Spekulation. Wenn ihr am Casino-Tisch Platz nehmt, dann macht ihr das auf eigene Gefahr. Ich zeige hier, wie ich im Krypto-Sektor unterwegs bin und welche Strategien ich benutze, weil ich das Thema liebe und gerne darüber spreche. Ihr könnt mit den Informationen machen, was ihr wollt, ihr seid erwachsen – eine Empfehlung von meiner Seite ist es definitiv nicht. Ich empfehle gar nichts, jeder Mensch sollte eigene, auf ausführlicher Recherche, gesundem Menschenverstand und individueller Risikoabwägung basierende Entscheidungen darüber treffen, was man mit seinem eigenen Geld machen möchte.