Bitcoin: Worst Case Szenario – Absturz auf den 400-Wochen-Trend?!

Nach einem extrem starken Jahresstart im Januar bremst Bitcoin seine Rally derzeit ab und bildet eine Korrekturbewegung aus. Charttechnisch bleibt das Bild jedoch vorerst optimistisch, denn der Abwärtstrend seit Anfang 2022 scheint überwunden, wichtige charttechnische Hürden konnten zurückerobert werden und im Daily zeichnet sich zudem durch den 50-Tage- und den 200-Tage-Trend ein Golden Cross ab.

Nach der starken Rally wäre eine Korrektur mindestens bis an die charttechnische Marke von 21.500 Dollar jedoch denkbar, da sich auch an den Aktienmärkten nach der Rally eine Korrektur abzeichnet. Grund dürften die jüngst veröffentlichten Job-Daten aus den USA sein, die den Bären wieder Futter geben. Eigentlich paradox: Die Job-Daten waren weit besser als erwartet, heißt, die Wirtschaft zeigt sich vorerst weiterhin robust.

Die Federal Reserve hat das Schicksal der Märkte in der Hand

Das räumt der Federal Reserve jedoch noch mehr Spielraum ein, die Zinsen länger oben zu lassen, bzw. sogar noch weitere Zinserhöhungen vorzunehmen. Die Inflation ist zwar im Begriff, sich wieder abzuflachen, allerdings sind die Inflationsraten im Jahresvergleich immer noch sehr hoch – die US-Notenbank hält bereits seit Monaten an ihrem eisernen Plan fest, die Inflation wieder einzudämmen und bis an die gewünschte Marke von 2% herunterzuprügeln. Solange die Wirtschaft nicht ernsthaft Schlagseite bekommt, sehen die Notenbanker keinen Grund, vorzeitig die geldpolitischen Zügel wieder zu lockern.

An den Finanzmärkten ruft das jedoch die Angst hervor, dass die Fed damit zu weit geht und durch eine länger als nötig aufrechterhaltene Straffung der Geldpolitik eine umso schlimmere Rezession hervorrufen wird. Das Argument: die geldpolitischen Maßnahmen wirken sich nur sehr verzögert auf die Wirtschaft aus, heißt, das Schlimmste dürfte sich erst in den kommenden Monaten noch entfalten.

 An den Finanzmärkten herrscht deswegen derzeit große Unsicherheit: Bullen und Bären ringen um die Kontrolle der Stimmungslage. Deswegen haben Konjunkturdaten wie die Arbeitslosenzahlen oder auch die Mitte Februar anstehenden Inflationsdaten derzeit so einen großen Einfluss auf den Markt – sie geben Aufschluss über die mögliche weitere Richtung der Geldpolitik und zeigen, wie gut die Wirtschaft wirklich durch diese schwierige Phase kommt.

Wo ist der Bitcoin-Boden in einem negativen Szenario?

Sollte die Wirtschaft also in den nächsten Monaten in eine Rezession stürzen, weil die Fed zu extrem gehandelt hat, dann wäre eine Korrektur an den Märkten die wahrscheinliche Reaktion. Die Rally der letzten Wochen preist derzeit eher ein positiveres Szenario ein: heißt, eine milde oder gar keine Rezession.

Die Frage für uns Investoren ist: Wie tief kann Bitcoin dann erneut fallen? Haben wir den Boden des Bärenmarktes bereits gesehen und wäre dieser ein entsprechendes Kursziel für eine Korrektur? In diesem Fall müssten wir uns auf einen Rückgang bis in die Preiszone zwischen 18.500 und 15.500$ gefasst machen.

Ein Blick auf das langfristigere Chartbild eröffnet jedoch die Möglichkeit für ein noch tieferes Kursziel. Der 200-Wochen-Trend war in der Vergangenheit mehrmals das Zeichen für einen Boden in einem Bitcoin-Bärenmarkt. Allerdings ist die Unterstützung in diesem Bärenmarkt gefallen und der Bitcoin-Kurs befindet sich nun bereits seit sieben Monaten unterhalb des 200-Wochen-Trends. Während des Covid-Crashs hat der Kurs Halt beim 300-Wochen-Trend gefunden. Dieser hatte auch im Zuge des Terra-Luna-Crashs und im Laufe des dritten Quartals 2022 als Unterstützung gedient. Allerdings musste auch der 300-Wochen-Trend im Verlauf des FTX-Skandals nachgeben.

Der 300-Wochen-Trend symbolisiert eine starke charttechnische Unterstützung, die derzeit ungefähr bei 18.500$ verläuft, also am oberen Ende der angesprochenen Preiszone, die als Bärenmarkt-Boden infrage kommt. Allerdings könnte im Negativszenario eher der 400-Wochen-Trend als Kursziel infrage kommen.

Der 400-Wochen-Trend verläuft derzeit bei 14.000$, also entlang des Hochs aus der 2019er-Rally, sowie den Monats-Endkursen aus dem Bullenmarkt-Peak aus dem Jahr 2017. Sollten die kommenden Konjunkturdaten also das Pendel wieder in Richtung der Bären schwingen und der Markt eine Rezession einpreisen, dann halte ich eine Korrektur des Bitcoin-Preises bis auf diese Marke für durchaus möglich.

Zwischenrally und dann Korrektur?

Ein wie zuletzt von mir besprochenes Szenario einer Zwischenrally in 2023 mit einer anschließenden Korrektur wäre auch mit diesem Kursziel für einen Bärenmarkt-Boden eine Möglichkeit. Aufgrund der nur verzögert auftretenden Auswirkungen der Geldpolitik auf die Wirtschaft kann sich dies in den Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen auch erst im späteren Verlauf des Jahres bemerkbar machen und vom Markt entsprechend eingepreist werden.

Die Fed wird die Zinsen vorerst auf keinen Fall senken. Dafür muss die Inflation noch viel weiter runtergehen. Zumindest ein Stopp der Zinserhöhungen kann die Rally an den Märkten jedoch vorerst weiter am Leben halten. Dann werden im weiteren Verlauf die Daten für die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend sein. Im übergeordneten Bild halte ich also eine ausgedehnte Zwischenrally und eine anschließende erneute (große) Korrektur für ein durchaus wahrscheinliches Szenario.

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