Bloomberg-Analyst: Darum könnte 2026 für Bitcoin sehr schwierig werden

Bitcoin

Während sich Bitcoin zuletzt schwer tut, an frühere Höchststände anzuknüpfen, sorgt eine neue Einschätzung von Bloomberg-Analyst Mike McGlone für Aufmerksamkeit an den Kryptomärkten. Der langjährige Befürworter digitaler Vermögenswerte rät Investoren inzwischen zu größerer Vorsicht. Seine Analyse fällt in eine Phase zunehmender Unsicherheit über Konjunktur, Geldpolitik und die Stabilität risikoreicher Anlageklassen.

Vom Inflationsschutz zum Risikoasset

Nach Einschätzung von McGlone hat sich das makroökonomische Umfeld, das Bitcoin seit 2020 getragen hat, grundlegend verändert. Die expansive Geldpolitik, massive Liquiditätsspritzen und hohe Inflation hätten in den vergangenen Jahren spekulative Anlagen begünstigt. Diese Phase gehe nun ihrem Ende entgegen. Stattdessen gewinne ein deflationäres Umfeld an Bedeutung, in dem Kapital vorsichtiger allokiert werde und Risikoanlagen unter Druck geraten könnten.

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In diesem Kontext sieht McGlone Bitcoin nicht mehr als eigenständigen Absicherungsmechanismus gegen geldpolitische Risiken. Vielmehr habe sich die Kryptowährung zu einem stark gehebelten Bestandteil eines überfüllten Spekulationsmarktes entwickelt. Für das Jahr 2026 empfiehlt er daher, Kursanstiege eher zum Abbau von Positionen zu nutzen als zum Aufbau neuer Engagements. Diese Haltung markiert einen deutlichen Bruch mit seiner früheren, langfristig positiven Einschätzung.

Gold als Warnsignal, Aktien als Belastungsfaktor

Ein zentrales Argument in McGlones Analyse ist die wachsende Divergenz zwischen Bitcoin und klassischen Schutzinstrumenten. Während Gold zuletzt neue Rekordstände erreicht, gelingt es Bitcoin nicht, vergleichbare Dynamik zu entfalten. Aus Sicht des Strategen deutet dies darauf hin, dass Gold bereits mögliche Marktrisiken vorwegnimmt, während der Kryptomarkt noch nicht vollständig reagiert hat.

Hinzu kommt die weiterhin hohe Korrelation zwischen Bitcoin und den globalen Aktienmärkten. Statt sich unabhängig zu entwickeln, bewege sich die Kryptowährung weitgehend im Gleichklang mit Tech-Aktien und anderen wachstumsorientierten Titeln. In einem Umfeld steigender Rezessionsrisiken erhöht dies die Verwundbarkeit zusätzlich. Bitcoin verhalte sich damit eher wie ein klassischer Hochrisiko-Wert als wie ein alternatives Finanzsystem.

Vor diesem Hintergrund skizziert McGlone mehrere mögliche Szenarien für die kommenden Jahre, die überwiegend von erhöhter Volatilität und Abwärtsrisiken geprägt sind. Selbst moderate Korrekturen ordnet er in die historische Logik spekulativer Übertreibungen ein, während er in Extremsituationen auch deutlich tiefere Bewertungen nicht ausschließt.

Redaktionelle Einordnung

Aus Sicht von Decentralist ist McGlones Einschätzung vor allem deshalb relevant, weil sie den Fokus weg von kurzfristigen Kursbewegungen hin zu strukturellen Marktfragen lenkt. Tatsächlich wird die Debatte über Bitcoin weiterhin stark von ETF-Zuflüssen, institutioneller Nachfrage und regulatorischen Schlagzeilen dominiert. Die langfristige Abhängigkeit vom makroökonomischen Umfeld wird dabei häufig unterschätzt.

Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass Bitcoin in der Vergangenheit wiederholt Phasen ausgeprägter Schwäche überstanden hat, ohne seine grundsätzliche Marktstellung zu verlieren. McGlones Analyse verdeutlicht jedoch, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben: Mit zunehmender Marktreife, wachsender institutioneller Beteiligung und stärkerer Integration in das Finanzsystem schwinden einige der ursprünglichen Alleinstellungsmerkmale.

Entscheidend dürfte sein, ob es dem Kryptomarkt gelingt, sich in einem schwächeren Konjunkturumfeld eigenständig zu behaupten – oder ob er dauerhaft als verlängerter Arm der globalen Risikomärkte wahrgenommen wird.

Disclaimer* – siehe unten

*Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.

Disclaimer auf Deutsch: Der Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin ist ein verdammtes Casino. Einzelne Coins können zwar komplett durch die Decke gehen, das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch auch an der Tagesordnung. Altcoins haben in den meisten Fällen nichts mit Investments zu tun, sondern sind viel mehr reine Spekulation. Wenn ihr am Casino-Tisch Platz nehmt, dann macht ihr das auf eigene Gefahr. Ich zeige hier, wie ich im Krypto-Sektor unterwegs bin und welche Strategien ich benutze, weil ich das Thema liebe und gerne darüber spreche. Ihr könnt mit den Informationen machen, was ihr wollt, ihr seid erwachsen – eine Empfehlung von meiner Seite ist es definitiv nicht. Ich empfehle gar nichts, jeder Mensch sollte eigene, auf ausführlicher Recherche, gesundem Menschenverstand und individueller Risikoabwägung basierende Entscheidungen darüber treffen, was man mit seinem eigenen Geld machen möchte.