Arthur Hayes: Darum hat Bitcoin 2025 schwach performed und das ist sein Ausblick für 2026

Die Stimmung am Kryptomarkt hat sich in den vergangenen Tagen spürbar aufgehellt. Nachdem Bitcoin in Richtung der Marke von 97.000 Dollar gestiegen ist und der Crypto Fear & Greed Index erstmals seit Monaten wieder auf „Gier“ gedreht hat, rückt eine Debatte erneut in den Fokus: War die Schwäche von Bitcoin im Jahr 2025 ein Warnsignal – oder lediglich eine Momentaufnahme im geldpolitischen Zyklus?

Liquidität statt Strukturproblem

Ausgelöst wird die Diskussion durch aktuelle Einschätzungen von Arthur Hayes. Der Mitgründer der Kryptobörse BitMEX argumentiert, dass die Underperformance von Bitcoin im vergangenen Jahr nicht auf eine strukturelle Schwäche des Netzwerks oder auf nachlassendes Investoreninteresse zurückzuführen sei. Vielmehr habe ein Rückgang der US-Dollar-Liquidität dem Markt die entscheidende Unterstützung entzogen. In einem Umfeld restriktiver Geldpolitik habe Bitcoin schlicht nicht die makroökonomischen Voraussetzungen gehabt, um mit anderen Anlageklassen mitzuhalten.

Diese Sichtweise gewinnt an Relevanz, weil sich das Marktumfeld aktuell verändert. Die jüngste Kurserholung fiel zeitlich zusammen mit einer deutlichen Stimmungsaufhellung unter Kryptoanlegern. Nach dem massiven Liquidationsereignis im Oktober, bei dem rund 19 Milliarden Dollar aus dem Markt gedrängt wurden, war die Stimmung wochenlang von Vorsicht und Risikoaversion geprägt. Dass der Sentimentindikator nun wieder klar nach oben zeigt, wird von vielen Marktteilnehmern als Signal interpretiert, dass sich die Phase der Kapitulation dem Ende nähern könnte.

Warum Bitcoin 2025 hinter Gold und Tech zurückblieb

Ein Blick auf die relativen Renditen unterstreicht die Argumentation von Hayes. Während Bitcoin 2025 phasenweise zweistellig verlor, legte Gold massiv zu, und auch US-Technologieaktien gehörten zu den stärksten Sektoren am Aktienmarkt. Nach Einschätzung von Hayes profitierte insbesondere der Tech-Sektor von außergewöhnlichen Kapitalströmen, die weniger marktwirtschaftlich als politisch motiviert gewesen seien. Staatliche Förderprogramme, strategische Investitionen und politische Leitplanken hätten dafür gesorgt, dass vor allem KI-nahe Unternehmen unabhängig vom Zinsumfeld Kapital anzogen.

Bitcoin hingegen blieb außen vor. Als nichtstaatliches, knappes Asset reagiere es sensibler auf globale Liquiditätsbedingungen. Wenn Dollar-Liquidität abnehme, fehle dem Markt der Spielraum für spekulative und inflationssensitive Anlagen. In dieser Logik ist die Schwäche des Vorjahres kein Gegenargument gegen Bitcoin, sondern eine Bestätigung seines makroökonomischen Profils.

Redaktionelle Einordnung

Aus Sicht von Decentralist ist diese Perspektive überzeugend, wird am Markt jedoch häufig verkürzt dargestellt. Die Debatte dreht sich zu stark um relative Performancevergleiche, während der geldpolitische Kontext oft in den Hintergrund rückt. Bitcoin wird weiterhin primär als „Risikowert“ eingeordnet, obwohl seine langfristige Rolle eher in der Absicherung gegen monetäre Expansion und Währungsabwertung liegt. Genau dieser Aspekt entfaltet jedoch nur dann Wirkung, wenn Liquidität tatsächlich in das Finanzsystem zurückfließt.

Auffällig ist zudem, dass trotz steigender Kurse zuletzt zahlreiche kleinere Wallets verschwunden sind. On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass vor allem Kleinanleger den Markt verlassen, während größere Akteure Positionen aufbauen. Historisch betrachtet war eine solche Verschiebung der Angebotsstruktur nicht selten ein Vorbote für eine stabilere Marktphase – allerdings ohne Garantie für eine lineare Entwicklung.

Ausblick

Entscheidend für die kommenden Monate wird sein, ob sich die geldpolitischen Erwartungen weiter in Richtung Lockerung verschieben. Signale aus den USA, etwa zur Entwicklung der Kreditvergabe, zur Bilanzpolitik der Notenbank oder zu fiskalischen Ausgabenprogrammen, dürften dabei eine zentrale Rolle spielen. Für den Kryptomarkt bleibt damit weniger die kurzfristige Kursmarke relevant, sondern die Frage, ob sich die Liquiditätsbedingungen nachhaltig drehen. Genau daran wird sich messen lassen, ob die aktuelle Erholung mehr ist als nur eine technische Gegenbewegung.

Disclaimer* – siehe unten

*Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.

Disclaimer auf Deutsch: Der Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin ist ein verdammtes Casino. Einzelne Coins können zwar komplett durch die Decke gehen, das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch auch an der Tagesordnung. Altcoins haben in den meisten Fällen nichts mit Investments zu tun, sondern sind viel mehr reine Spekulation. Wenn ihr am Casino-Tisch Platz nehmt, dann macht ihr das auf eigene Gefahr. Ich zeige hier, wie ich im Krypto-Sektor unterwegs bin und welche Strategien ich benutze, weil ich das Thema liebe und gerne darüber spreche. Ihr könnt mit den Informationen machen, was ihr wollt, ihr seid erwachsen – eine Empfehlung von meiner Seite ist es definitiv nicht. Ich empfehle gar nichts, jeder Mensch sollte eigene, auf ausführlicher Recherche, gesundem Menschenverstand und individueller Risikoabwägung basierende Entscheidungen darüber treffen, was man mit seinem eigenen Geld machen möchte.