Milliardenverkauf im BlackRock-ETF belastet Bitcoin: Institutionelle Anleger ziehen weiter Kapital ab

Der Bitcoin-Kurs ist nach einem milliardenschweren Verkauf im Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock erneut unter Druck geraten. Ein bislang unbekannter Marktteilnehmer veräußerte über einen sogenannten Dark Pool rund 29,2 Millionen Anteile des iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) im Wert von etwa 1,3 Milliarden Dollar – kurz darauf sackte Bitcoin innerhalb weniger Minuten deutlich ab. Die Transaktion fällt in eine Phase wachsender institutioneller Zurückhaltung, in der US-Spot-Bitcoin-ETFs bereits seit Tagen massive Nettoabflüsse verzeichnen.

Institutioneller Verkaufsdruck trifft auf fragile Marktstruktur

Die Reaktion des Marktes ließ nicht lange auf sich warten. Direkt nach der Ausführung des gigantischen ETF-Blocks fiel Bitcoin innerhalb weniger Minuten von rund 77.900 Dollar auf knapp 76.700 Dollar. In den darauffolgenden Stunden setzte sich die Schwäche fort, ehe der Kurs zeitweise bis auf 75.600 Dollar zurückfiel. Beobachter sehen darin ein weiteres Zeichen dafür, wie stark institutionelle Kapitalströme inzwischen den Kryptomarkt dominieren.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Art der Transaktion. Der Verkauf wurde nicht über öffentliche Börsen abgewickelt, sondern über einen Dark Pool – also eine private Handelsplattform, die vor allem von institutionellen Akteuren genutzt wird, um große Orders möglichst diskret auszuführen. Laut Alex Thorn handelte es sich um den größten Dark-Pool-Trade, den er jemals im Zusammenhang mit einem Bitcoin-ETF gesehen habe. Auch Eric Balchunas verwies darauf, dass die Order die zweitgrößte Verkaufsorder des Tages um ein Vielfaches übertroffen habe.

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ETF-Abflüsse verschärfen die Lage

Der milliardenschwere Blockverkauf reiht sich in einen breiteren Trend ein. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt acht Handelstage in Folge Nettoabflüsse. Seit Mitte Mai wurden laut den Daten mehr als zwei Milliarden Dollar aus den Produkten abgezogen. Allein der IBIT-ETF von BlackRock verlor zuletzt fast 200 Millionen Dollar an einem einzigen Handelstag.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren ihre Bitcoin-Exposure derzeit aktiv reduzieren. Neben den ETF-Abflüssen sorgen auch Positionsanpassungen großer Finanzhäuser für Aufmerksamkeit. Das Handelsunternehmen Jane Street soll seine Bitcoin-ETF-Bestände im ersten Quartal deutlich reduziert haben. Auch Goldman Sachs verringerte laut Berichten seine Positionen im Bitcoin-ETF-Sektor.

Dabei fällt auf, dass Bitcoins Schwäche derzeit nicht mit einem generellen Risk-off-Umfeld an den traditionellen Märkten zusammenpasst. Während der Kryptomarkt unter Druck steht, markierte der NASDAQ 100 zuletzt neue Höchststände. Genau das stärkt die These, dass die Belastung aktuell vor allem aus dem Bitcoin-Markt selbst kommt – insbesondere durch anhaltenden Angebotsdruck.

Alte Bitcoin-Bestände könnten weitere Verkäufe auslösen

Zusätzliche Unsicherheit entsteht laut Marktanalysten durch große Mengen älterer Bitcoin-Bestände, die weiterhin auf den Markt gelangen könnten. Alex Thorn von Galaxy Digital verweist darauf, dass seit dem Flash-Crash vom Oktober 2025 schätzungsweise 4,45 Millionen Bitcoin bewegt wurden. Ein erheblicher Teil davon stamme von Wallets, deren Coins zuletzt oberhalb von 103.000 Dollar transferiert worden seien.

Viele Anleger hätten offenbar die jüngste Erholung genutzt, um nach den massiven Verlusten der vergangenen Monate Positionen abzubauen oder Gewinne mitzunehmen. Gleichzeitig seien auch zahlreiche ältere Bestände aus früheren Marktzyklen aktiviert worden – darunter sogar Bitcoin, die seit dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 nicht mehr bewegt worden waren.

Thorn sieht deshalb weiterhin „viel Angebot, das absorbiert werden muss“. Solange dieser Verkaufsdruck bestehen bleibe, könnten nachhaltige Ausbrüche nach oben schwierig bleiben. Andere Marktbeobachter widersprechen jedoch dieser Interpretation und sehen die aktuelle Schwäche lediglich als normale Konsolidierung nach der starken Erholung vom Tief bei rund 60.000 Dollar. Gerade die wachsende Skepsis im Markt könnte aus ihrer Sicht sogar die Grundlage für einen erneuten Short Squeeze schaffen.

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