Bitcoin hat charttechnisch das Tor zum Bärenmarkt durchschritten: Ein Minus von fast 30 Prozent seit dem letzten Allzeithoch Anfang Oktober und der Verlust sämtlicher Supportlinien (Bullmarket-Supportband, 200-Tage-Trend und auch der bisher eisern gehaltene 50-Wochen-Trend) lassen sich nicht beschönigen. Nun scheint der freie Fall bis zum Unterstützungsbereich um das letzte Zyklus-Hoch bei 70.000 Dollar ein ernsthaft drohendes Szenario zu sein.

Was löst den Preisdruck aus?
Ein großer Druckfaktor besteht seit Monaten durch die starken Abverkäufe der Longterm-Holder, die in diesem Zyklus bereits hunderttausende von Bitcoin verkauft haben. Dieses Angebot wurde durch die institutionelle Nachfrage absorbiert, doch auch diese Käuferseite hat sich in den letzten Wochen zurückgezogen.

In den letzten Wochen haben die Bitcoin ETFs drastische Abflüsse verzeichnet und maßgeblich zum Preisdruck beigetragen. Hier muss man jedoch ganz genau schauen: Ein großer Teil der ETF-Käufer besteht sowohl aus Retail-Investoren als auch aus institutionellen Investoren, die sich langfristig und aus fundamentalen Gründen in Bitcoin positionieren. Im Fall der institutionellen Investoren werden diese Positionen zusätzlich mit Hedging-Optionen abgesichert, was die Volatilität und möglichen Abverkaufsdruck grundsätzlich verringert.
Ein ebenfalls großer Teil der ETF-Käufer besteht jedoch aus Hedgefonds, die nicht aus fundamentalen Gründen in Bitcoin investieren, sondern einen Carry-Trade betreiben, um aus Arbitrage einen Gewinn zu erzielen. Hedgefonds kaufen Spot-Bitcoin über US-Spot-ETFs und verkaufen gleichzeitig regulierte CME-Futures auf Bitcoin. Da die Futures meist mit einem deutlichen Aufschlag zum Spotpreis handeln, können die Fonds diese Differenz als nahezu risikolosen Ertrag vereinnahmen. Der Carry ergibt sich, weil die Preise am Ende der Laufzeit konvergieren. Dieser Cash-and-Carry-Trade liefert im Bitcoinmarkt häufig zweistellige annualisierte Renditen und ist daher einer der beliebtesten Strategien unter institutionellen Arbitrageuren.
Das echte Problem fängt jedoch erst in dem zusätzlichen Risiko an, welches…






