Bitcoin in der Krise: Was führende Analysten jetzt erwarten

Nach dem starken Jahr 2025 steckt der Kryptomarkt seit Monaten in einer Schwächephase. Während einige Beobachter bereits das Ende des Abschwungs sehen, warnen andere vor strukturellen Risiken und weiteren Kursverlusten. Ein Überblick über die wichtigsten Stimmen:

Pessimistisch: Nouriel Roubini

Der Ökonom gehört seit Jahren zu den schärfsten Kritikern von Kryptowährungen – und sieht sich aktuell bestätigt.

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„Krypto-Apokalypse“ statt Comeback

Roubini warnt vor einem umfassenden Markteinbruch. Trotz einer zwischenzeitlich krypto-freundlichen politischen Stimmung sei der Markt deutlich gefallen. Bitcoin notiert inzwischen rund 35 Prozent unter dem Hoch vom Oktober.

Bitcoin als „digitales Gold“ gescheitert

Während Gold in geopolitisch unsicheren Zeiten stark zulegte, verlor Bitcoin an Wert. Für Roubini ist klar: In Krisen wirkt Bitcoin nicht stabilisierend, sondern verstärkt Risiken.

Kritik an Krypto als Geld

Aus seiner Sicht erfüllt Krypto keine klassischen Geldfunktionen:

  • kein stabiles Wertaufbewahrungsmittel,
  • kein verlässliches Zahlungsmittel,
  • keine sinnvolle Recheneinheit.

Begrenzter technologischer Nutzen

Nach 17 Jahren sieht Roubini nur einen echten Erfolg: Stablecoins. DeFi-Modelle seien langfristig nicht skalierbar, da Regierungen anonymer Strukturen nicht zustimmen würden.

Sein Fazit: Die Zukunft liege bei modernisierten, traditionellen Finanzsystemen – nicht bei dezentralen Kryptowährungen.


Systemische Risiken im Fokus: Michael Burry

Der bekannte Investor warnt weniger vor einem reinen Kurscrash, sondern vor Kettenreaktionen.

Gefahr einer Abwärtsspirale

Sinkende Bitcoin-Preise belasten Unternehmensbilanzen, führen zu Zwangsverkäufen und erzeugen weiteren Verkaufsdruck – eine klassische Negativspirale.

Unternehmensreserven als Schwachpunkt

Rund 200 börsennotierte Firmen halten Bitcoin. Besonders exponiert sind Großhalter wie Strategy. Schon moderate Kursrückgänge könnten Milliardenverluste auslösen.

ETFs und steigende Korrelation

Spot-Bitcoin-ETFs erleichtern den Zugang, verstärken laut Burry aber kurzfristige Spekulation. Die Korrelation zum Aktienmarkt liegt inzwischen bei etwa 0,5 – ein Risiko bei Börsenkrisen.

Ansteckungseffekte

Zwar erwartet Burry kein systemisches Finanzrisiko, beobachtet aber Nebenwirkungen:

  • Liquidationen bei tokenisiertem Gold und Silber,
  • bis zu 1 Milliarde Dollar an Edelmetallverkäufen,
  • steigende Insolvenzriken bei Minern.

Kernaussage: Die größte Schwäche von Bitcoin liegt heute in der engen Verflechtung mit Unternehmensbilanzen und Risikomodellen.


Vorsichtig optimistisch: Tom Lee (Fundstrat Global Advisors)

Tom Lee sieht erste Anzeichen für eine Bodenbildung.

Technische Marken im Blick

  • Bitcoin: etwa 77.000 Dollar
  • Ethereum: rund 2.400 Dollar

Aus seiner Sicht sind „alle Voraussetzungen“ für eine Erholung gegeben. Der jüngste Rückgang nach der Fed-Entscheidung sei zwar stark, aber nicht ungewöhnlich.

Lee ist zudem Chairman von BitMine Immersion und gilt als langfristig krypto-freundlich.


Abwartend: Alex Thorn (Galaxy Research)

Thorn rechnet kurzfristig mit weiteren Rücksetzern.

Gründe für seine Skepsis

  • schwache On-Chain-Daten,
  • makroökonomische Unsicherheiten,
  • fehlende Impulse.

Zielzone: 200-Wochen-Linie

Er hält einen Rückgang in Richtung 50.000 Dollar für möglich. Dieser Bereich gilt historisch als potenzieller Einstiegspunkt für langfristige Investoren.


Hoffnung auf „Krypto-Frühling“: Matt Hougan (Bitwise Asset Management)

Hougan sieht Parallelen zu früheren Tiefpunkten im Markt.

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Der aktuelle Zyklus

  • Abschwung seit Anfang 2025,
  • Boom 2024 stark durch ETFs verzerrt,
  • fundamentale Basis aus seiner Sicht intakt.

Stimmung als Kontraindikator

Pessimismus, Resignation und Müdigkeit deuteten historisch oft auf Trendwenden hin.

Positiv vs. Negativ

Positive Faktoren:

  • Stabilisierung über 75.000 Dollar,
  • Erholung bei Edelmetallen,
  • institutionelles Interesse.

Belastungen:

  • 80.000 Dollar bleibt Widerstand,
  • keine klare Trendrichtung,
  • schwaches Makroumfeld.

Seine Prognose: Das Ende des „Krypto-Winters“ rückt näher, als viele erwarten.


Gesamtbild: Zwischen Strukturkrise und Comeback-Hoffnung

Die Analysten zeichnen derzeit ein stark gespaltenes Bild:

Die skeptische Seite

  • Roubini sieht ein strukturelles Scheitern von Krypto.
  • Burry warnt vor bilanziellen und systemischen Risiken.
  • Thorn erwartet weitere Kursverluste.

Die konstruktive Seite

  • Lee erkennt technische Erholungszeichen.
  • Hougan setzt auf eine zyklische Trendwende.

Redaktionelle Einordnung

Der Kryptomarkt befindet sich an einem kritischen Punkt. Während Kritiker auf mangelnde Fundamentaldaten, steigende Korrelationen und Bilanzrisiken verweisen, hoffen Optimisten auf eine klassische zyklische Erholung.

Für Anleger bedeutet das:

  • Kurzfristig bleibt das Umfeld volatil und risikoreich.
  • Mittelfristig entscheidet sich, ob Bitcoin erneut als eigenständige Anlageklasse überzeugen kann – oder weiter an Bedeutung verliert.
  • Die kommenden Monate dürften klären, ob der Markt vor einer neuen Aufwärtsphase steht oder in eine längere Strukturkrise eintritt.

Disclaimer* – siehe unten

*Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Sie ersetzen nicht die selbständige, sorgfältige Prüfung und eingehende Analyse des Investments (Due Diligence), sowohl in Bezug auf seine Chancen als auch auf seine Risiken und ihre persönliche Tragbarkeit. Die Informationen stellen ausdrücklich keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder anderen Anlageprodukten dar. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder. Weder der Autor noch decentralist.de haften für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, die im Zusammenhang mit dem Inhalt des Artikels oder einem auf der Grundlage der darin enthaltenen Informationen getätigten Investment stehen.

Disclaimer auf Deutsch: Der Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin ist ein verdammtes Casino. Einzelne Coins können zwar komplett durch die Decke gehen, das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch auch an der Tagesordnung. Altcoins haben in den meisten Fällen nichts mit Investments zu tun, sondern sind viel mehr reine Spekulation. Wenn ihr am Casino-Tisch Platz nehmt, dann macht ihr das auf eigene Gefahr. Ich zeige hier, wie ich im Krypto-Sektor unterwegs bin und welche Strategien ich benutze, weil ich das Thema liebe und gerne darüber spreche. Ihr könnt mit den Informationen machen, was ihr wollt, ihr seid erwachsen – eine Empfehlung von meiner Seite ist es definitiv nicht. Ich empfehle gar nichts, jeder Mensch sollte eigene, auf ausführlicher Recherche, gesundem Menschenverstand und individueller Risikoabwägung basierende Entscheidungen darüber treffen, was man mit seinem eigenen Geld machen möchte.