Analyst: Wenn das passiert, fällt Bitcoin auf 24.000 Dollar

Die Stimmung am Kryptomarkt bleibt angespannt. Während Bitcoin in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren hat, mehren sich die Warnungen vor einer möglichen Fortsetzung der Korrektur. Belastet wird der Markt derzeit nicht nur durch anhaltende Kapitalabflüsse aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs, sondern auch durch zunehmende Sorgen über die Verfassung der Weltwirtschaft und der Aktienmärkte.

Besonders viel Aufmerksamkeit erregt aktuell eine Analyse des technischen Marktbeobachters Jesse Olson. Er hält in einem extremen Negativszenario einen Rückgang des Bitcoin-Kurses auf rund 24.000 Dollar für möglich. Grundlage seiner Einschätzung ist eine langfristige volumenbasierte Unterstützungszone, die er mithilfe eines modifizierten Anchored Volume Weighted Average Price (aVWAP) identifiziert hat. Die technische Marke verläuft derzeit im Bereich von etwa 23.980 Dollar und basiert auf einer Berechnung, die vom Tiefpunkt des Bitcoin-Bärenmarktes im Jahr 2022 ausgeht.

Allerdings knüpft Olson dieses Szenario an eine klare Bedingung: Einen massiven Einbruch der US-Aktienmärkte. Sollte es zu einem Rückgang von mehr als 50 Prozent kommen, könnten Investoren gezwungen sein, Risikoanlagen in großem Umfang abzustoßen. Bitcoin würde in einem solchen Umfeld vermutlich nicht als sicherer Hafen, sondern als klassisches Risiko-Asset behandelt werden und entsprechend unter Verkaufsdruck geraten.

Warnungen vor einer Blase an den Aktienmärkten nehmen zu

Die Sorge vor einem größeren Rückschlag an den Finanzmärkten ist keineswegs auf einzelne Analysten beschränkt. Der bekannte Investor Jeremy Grantham warnt seit Monaten vor einer möglichen Überbewertung im Zuge des aktuellen KI-Booms und sieht Parallelen zu früheren Spekulationsblasen. Auch Michael Burry, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise bekannt wurde, vergleicht die aktuelle Markteuphorie mit den letzten Phasen der Dotcom-Blase.

Zusätzliche Unsicherheit kommt von der konjunkturellen Seite. Der Ökonom Gary Shilling hält eine US-Rezession bis zum Jahresende für nahezu unvermeidbar und sieht an den Aktienmärkten ein Korrekturpotenzial von 20 bis 30 Prozent. Sollte sich ein solches Szenario materialisieren, dürfte dies auch den Kryptomarkt kaum unberührt lassen.

Institutionelle Anleger bleiben auffällig zurückhaltend

Während die Kursentwicklung bereits Schwäche signalisiert, liefern auch verschiedene On-Chain- und Marktdaten Hinweise auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage.

Besonders im Fokus steht dabei der sogenannte Coinbase Premium Index. Dieser misst die Preisunterschiede zwischen den Handelsplätzen Coinbase und Binance. Ein positiver Wert gilt in der Regel als Zeichen starker Nachfrage US-amerikanischer institutioneller Investoren, da Coinbase vor allem von professionellen Marktteilnehmern genutzt wird.

Seit Beginn des Jahres bewegt sich der Indikator jedoch überwiegend im negativen Bereich. Dies deutet darauf hin, dass größere Investoren derzeit eher zurückhaltend agieren und bislang keine überzeugende Akkumulationsphase begonnen haben.

Der CryptoQuant-Analyst Darkfost sieht darin ein typisches Verhalten professioneller Marktteilnehmer. Institutionelle Anleger seien in der Regel nicht daran interessiert, mögliche Tiefpunkte zu erraten. Stattdessen würden sie auf klare Trendbestätigungen und verbesserte Marktbedingungen warten, bevor sie größere Positionen aufbauen.

Bitcoin-ETFs erleben stärkste Abflussphase seit ihrer Einführung

Die Entwicklung bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs unterstreicht diese Einschätzung. Nach Daten von Galaxy Research verzeichneten die Fonds in den vergangenen 30 Handelstagen Nettoabflüsse von insgesamt 6,35 Milliarden Dollar. Damit handelt es sich um die stärkste Abflussphase seit dem Start der Produkte im Januar 2024.

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Weitere Informationen

Bereits seit Mai summieren sich die Nettoabflüsse auf rund 4,68 Milliarden Dollar. Gleichzeitig markierte die vergangene Woche bereits die sechste Woche in Folge mit negativen Kapitalströmen.

Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der kumulierten Nettozuflüsse. Nachdem diese im Oktober 2025 noch bei rund 63 Milliarden Dollar gelegen hatten, sind sie mittlerweile auf etwa 53,4 Milliarden Dollar gefallen. Ein erheblicher Teil der zuvor aufgebauten institutionellen Nachfrage wurde damit wieder abgebaut.

Laut Galaxy Research verschärft sich der Trend sogar weiter. Die täglichen Mittelabflüsse würden von Woche zu Woche zunehmen.

BlackRock sieht keinen Grund für Panik

Trotz der schwachen Kapitalflüsse warnt der Vermögensverwalter BlackRock davor, die ETF-Abflüsse überzuinterpretieren. Jay Jacobs, Leiter des ETF-Geschäfts von BlackRock in den USA, verweist darauf, dass Kapitalbewegungen innerhalb des ETF-Universums unterschiedliche Ursachen haben können.

So könnten Anleger beispielsweise Anteile des Spot-Bitcoin-ETF IBIT verkaufen und stattdessen in neue Bitcoin-basierte Produkte investieren. Als Beispiel nennt Jacobs den kürzlich gestarteten Bitcoin Premium Income ETF BITA. Solche Umschichtungen würden zwar als Abfluss in einem Produkt erscheinen, bedeuteten aber nicht zwangsläufig eine generelle Abkehr von Bitcoin.

An der langfristigen Investmentthese hält BlackRock weiterhin fest. Das Unternehmen betrachtet Bitcoin nach wie vor als globales, dezentrales und nichtstaatliches Geldsystem mit einem eigenständigen Nutzen im internationalen Finanzsystem. Kurzfristige Volatilität oder temporäre Kapitalabflüsse würden an dieser Einschätzung nichts ändern.

Bitcoin zwischen Makro-Risiken und langfristiger Adoption

Derzeit prallen am Markt zwei gegensätzliche Entwicklungen aufeinander. Auf der einen Seite belasten schwache ETF-Zuflüsse, ein negativer Coinbase Premium Index sowie zunehmende Rezessions- und Crash-Sorgen die kurzfristigen Aussichten. Auf der anderen Seite bleibt die langfristige Investmentthese vieler institutioneller Akteure unverändert intakt.

Entscheidend dürfte nun werden, ob sich die makroökonomische Lage weiter verschlechtert oder ob Bitcoin erneut seine Fähigkeit unter Beweis stellen kann, trotz schwieriger Marktbedingungen Kapital anzuziehen. Solange institutionelle Investoren jedoch auf Bestätigung statt auf antizyklische Käufe setzen, dürfte die größte Kryptowährung der Welt anfällig für weitere Rückschläge bleiben.

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Disclaimer auf Deutsch: Der Krypto-Sektor jenseits von Bitcoin ist ein verdammtes Casino. Einzelne Coins können zwar komplett durch die Decke gehen, das Risiko eines Totalverlustes ist jedoch auch an der Tagesordnung. Altcoins haben in den meisten Fällen nichts mit Investments zu tun, sondern sind viel mehr reine Spekulation. Wenn ihr am Casino-Tisch Platz nehmt, dann macht ihr das auf eigene Gefahr. Ich zeige hier, wie ich im Krypto-Sektor unterwegs bin und welche Strategien ich benutze, weil ich das Thema liebe und gerne darüber spreche. Ihr könnt mit den Informationen machen, was ihr wollt, ihr seid erwachsen – eine Empfehlung von meiner Seite ist es definitiv nicht. Ich empfehle gar nichts, jeder Mensch sollte eigene, auf ausführlicher Recherche, gesundem Menschenverstand und individueller Risikoabwägung basierende Entscheidungen darüber treffen, was man mit seinem eigenen Geld machen möchte.